WIFO warnt vor Spritpreis-Anstieg: Besser heute noch tanken – Was das für Ihr Budget bedeutet

Zuletzt aktualisiert am 20. April 2026 um 16:03

Der WIFO-Chef Gabriel Felbermayr hat in der ORF-Pressestunde eine deutliche Warnung ausgesprochen: Österreichs Verbraucherinnen und Verbraucher sollten „besser heute noch tanken“ – denn die Spritpreise drohen ab Montag wieder deutlich zu steigen.

Hintergrund ist die Eskalation im Iran-Krieg. Die Friedensverhandlungen wurden erneut abgebrochen, was auf den Weltmärkten für erhebliche Unruhe sorgt. Für Österreich hat das direkte Konsequenzen – nicht nur an der Tankstelle, sondern auch für den Staatshaushalt und Ihre persönliche Finanzplanung.

Warum die Spritpreise jetzt steigen

Der Iran ist einer der wichtigsten Öllieferanten weltweit. Jede Eskalation in der Region treibt den Ölpreis nach oben – und damit auch die Benzin- und Dieselpreise in Österreich. Felbermayr erwartet bereits ab Montag eine spürbare Tendenz nach oben.

Zum Vergleich: Im März 2026 kostete ein Liter Super in Österreich bereits durchschnittlich 1,65–1,72 Euro. Bei einer weiteren Eskalation sind Preise über 1,80 Euro pro Liter durchaus realistisch.

Was das für Ihren Geldbeutel bedeutet

Wenn Sie regelmäßig tanken, können die Mehrkosten schnell ins Gewicht fallen:

  • 50-Liter-Tank: Bei 8 Cent pro Liter mehr = 4 Euro pro Tankfüllung
  • 6 Tankfüllungen pro Monat = rund 24 Euro Mehrkosten monatlich
  • Pro Jahr: knapp 300 Euro zusätzlich nur für Sprit

Das klingt wenig, kommt aber oben auf bereits gestiegene Lebensmittelpreise und Energiekosten. Besonders Pendlerinnen und Pendler spüren das sofort.

Wirtschaftsprognosen für 2026 deutlich gesenkt

Nicht nur der Spritpreis ist betroffen. Das WIFO und das Institut für Höhere Studien (IHS) haben ihre Erwartungen für das Jahr 2026 deutlich nach unten korrigiert. Das hat Konsequenzen für den gesamten Staatshaushalt:

  • Weniger Wirtschaftswachstum = weniger Steuereinnahmen für den Staat
  • Das Finanzministerium nutzt diese Zahlen für die Budgetplanung 2027/2028
  • Strengere Sparmaßnahmen sind die Folge

Felbermayrs Kritik an der Finanzpolitik

Der WIFO-Chef übte deutliche Kritik an der Bundesregierung:

  • Die geplanten Einsparungen von 2 Milliarden Euro reichen seiner Meinung nach nicht
  • Notwendig wären 3 bis 4 Milliarden Euro
  • Ein konkreter Hebel: Pensionserhöhungen, die über das gesetzliche Maß hinausgehen – hier ließen sich fast zwei Milliarden Euro einsparen

Langfristig schlägt Felbermayr sogar vor, das Pensionsantrittsalter an die steigende Lebenserwartung zu koppeln.

Zölle bedrohen Österreichs Exportwirtschaft

Neben dem Iran-Krieg warnt Felbermayr auch vor einer neuen wirtschaftlichen Realität: Die Zeiten stabiler Handelswege seien vorbei. Zunehmende Zollpolitik stellt die österreichische Exportwirtschaft vor enorme Herausforderungen. Um Wohlstand und staatliche Handlungsfähigkeit zu sichern, seien strukturelle Reformen nötig.

Was Sie jetzt tun können

Unabhängig von der politischen Debatte gibt es konkrete Schritte, die Sie jetzt setzen können:

  • Heute noch tanken – wenn möglich, bevor die Preise am Montag steigen
  • Spritpreise vergleichen – Tankstellen in der Nähe mit günstigeren Preisen nutzen
  • Energiekosten überprüfen – lohnt sich ein Stromanbieterwechsel?
  • Budget anpassen – höhere laufende Kosten einplanen

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