Zuletzt aktualisiert am 29. Mai 2026 um 01:07
CFDs (Contracts for Difference) sind hochspekulative Finanzderivate, die es Anlegern ermöglichen, auf steigende oder fallende Kurse zu wetten – ohne den Basiswert (z.B. Aktie, Rohstoff, Index) tatsächlich zu besitzen. In Österreich sind CFDs bei erfahrenen Tradern beliebt, bergen jedoch erhebliche Risiken.
Wie funktionieren CFDs?
Bei einem CFD schließen Sie einen Vertrag mit einem Broker ab. Sie spekulieren darauf, ob der Kurs eines Basiswerts steigt oder fällt:
- Long-Position: Sie wetten auf steigende Kurse.
- Short-Position: Sie wetten auf fallende Kurse.
Der Gewinn oder Verlust ergibt sich aus der Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis – daher der Name „Contract for Difference“.
Hebel – Chancen und Risiken
CFDs werden oft mit Hebel gehandelt. Ein Hebel von 1:10 bedeutet: Sie können mit 1.000 Euro eine Position von 10.000 Euro eröffnen. Das verzehnfacht sowohl Gewinne als auch Verluste.
| Hebel | Ihr Einsatz | Positionsgröße | Kursbewegung +5 % | Kursbewegung -5 % |
|---|---|---|---|---|
| 1:1 | 1.000 € | 1.000 € | +50 € | -50 € |
| 1:10 | 1.000 € | 10.000 € | +500 € | -500 € |
| 1:30 | 1.000 € | 30.000 € | +1.500 € | -1.500 € |
Warnung: Mit Hebeln können Sie mehr als Ihren Einsatz verlieren. Der Verlust kann Ihr gesamtes Konto überschreiten.
Was können Sie mit CFDs handeln?
- Aktien (z.B. Apple, Tesla, OMV)
- Indizes (z.B. ATX, DAX, S&P 500)
- Rohstoffe (Öl, Gold, Silber)
- Devisen (Forex, z.B. EUR/USD)
- Kryptowährungen (Bitcoin, Ethereum)
CFD-Broker in Österreich
- IG: Großer Anbieter, reguliert durch FMA.
- CMC Markets: Niedrige Spreads, viele Basiswerte.
- Plus500: Benutzerfreundlich, aber höhere Spreads.
Regulierung und Schutz
In der EU gibt es strenge Regeln für CFD-Broker:
- Negative-Balance-Schutz: Sie können nicht mehr verlieren als Ihr Kontoguthaben.
- Hebelbegrenzung: Privatanleger dürfen maximal 1:30 (Devisen) bis 1:5 (Aktien) hebeln.
- Risikowarnung: Broker müssen klar darauf hinweisen, dass 70–80 % der Konten Verluste machen.
FAQ
Sind CFDs Steuern?
Ja, Gewinne unterliegen in Österreich der KESt von 27,5 %.
Kann man mit CFDs Geld verdienen?
Ja, aber die Mehrheit der Privatanleger (70–80 %) macht Verluste.
Sind CFDs für Anfänger geeignet?
Nein. CFDs sind hochkomplex und risikoreich. Einsteiger sollten zuerst mit Aktien oder ETFs üben.
Fazit
CFDs bieten die Möglichkeit, sowohl von steigenden als auch von fallenden Kursen zu profitieren. Durch den Hebel sind jedoch enorme Verluste möglich. Wer CFDs handelt, braucht Erfahrung, Disziplin und ein solides Risikomanagement. Für die meisten Anleger sind ETFs oder Aktien die bessere Wahl.
Über den Autor: Omid Kafaji
Omid Kafaji ist staatlich geprüfter Vermögensberater, Kreditvermittler und Finanzierungsexperte aus Wien. Auf DerFinanzcheck.at erklärt er Finanzthemen für österreichische Verbraucher praxisnah, verständlich und mit Blick auf Kosten, Bonität und finanzielle Entscheidungen im Alltag.







