Zuletzt aktualisiert am 7. April 2026 um 02:18
Ein Bausparvertrag ist in Österreich seit Jahrzehnten ein klassischer Weg, um planbar Eigenkapital für eine Eigentumswohnung aufzubauen. Wer sich fragt, wie funktioniert ein Bausparvertrag in Österreich beim Sparen für die Eigentumswohnung, sollte vor allem vier Punkte kennen: feste Laufzeit, regelmäßige Einzahlungen, staatliche Prämie und meist eher moderate Erträge. Gerade für Menschen, die in einigen Jahren eine Wohnung kaufen wollen und kein hohes Risiko eingehen möchten, kann Bausparen sinnvoll sein.
Typisch ist eine Laufzeit von 6 Jahren. In dieser Zeit zahlen Sparer monatlich oder jährlich Geld ein. Dafür gibt es Zinsen vom Anbieter und zusätzlich unter bestimmten Voraussetzungen die staatliche Bausparprämie. Nach Ablauf kann das angesparte Guthaben für den Wohnungskauf, als Eigenmittel für eine Finanzierung oder für andere Wohnzwecke verwendet werden.
Was ist ein Bausparvertrag überhaupt?
Ein Bausparvertrag ist ein Sparprodukt, das von Bausparkassen angeboten wird. Sie vereinbaren eine bestimmte Vertragssumme und leisten über mehrere Jahre Einzahlungen. Im Unterschied zu einem gewöhnlichen Sparkonto ist der Vertrag stärker standardisiert: Es gibt eine fixe Mindestlaufzeit und meist Grenzen für die prämienbegünstigte Einzahlung.
Wenn Sie wissen möchten, wie funktioniert ein Bausparvertrag in Österreich beim Sparen für die Eigentumswohnung, dann lautet die kurze Antwort: Sie sparen diszipliniert Kapital an, erhalten dafür Zinsen und eine staatliche Förderung und schaffen damit Eigenmittel, die bei einer späteren Wohnfinanzierung sehr wichtig sind.
So funktioniert das Bausparen in Österreich Schritt für Schritt
1. Vertrag abschließen
Sie schließen bei einer österreichischen Bausparkasse einen Vertrag ab. Üblich sind Tarife mit fixer oder variabler Verzinsung. Achten Sie dabei auf:
- Kontoführungsgebühren
- Abschlussgebühren
- Fixe oder variable Zinsen
- maximal prämienbegünstigte Einzahlung pro Jahr
- Kündigungsbedingungen vor Ablauf der 6 Jahre
2. Regelmäßig einzahlen
Die Einzahlungen erfolgen meist monatlich per Dauerauftrag. Viele zahlen etwa 100 Euro oder 150 Euro pro Monat ein. Möglich sind auch unregelmäßige Einzahlungen, solange die Vertragsbedingungen eingehalten werden. Für die staatliche Prämie zählt die förderbare Einzahlung innerhalb des jeweiligen Kalenderjahres.
3. Zinsen und staatliche Prämie erhalten
Zusätzlich zum Guthabenzins gibt es die staatliche Bausparprämie. Die Höhe wird jährlich neu festgelegt. Sie ist an gesetzliche Vorgaben gebunden und schwankt. Aktuelle Informationen dazu veröffentlicht das Bundesministerium für Finanzen. Auch die Arbeiterkammer bietet einen guten Überblick zu Sparformen und Wohnfinanzierung unter arbeiterkammer.at.
4. Guthaben nach 6 Jahren verwenden
Nach Ablauf der Bindungsfrist können Sie frei über das Guthaben verfügen. Wer auf eine Eigentumswohnung spart, verwendet das Geld oft für:
- Eigenkapital beim Wohnungskauf
- Kaufnebenkosten wie Grunderwerbsteuer, Eintragungsgebühren oder Notariatskosten
- Möbel, Küche oder Sanierung
- Teilrückzahlung eines Wohnkredits
Warum ist ein Bausparvertrag für die Eigentumswohnung interessant?
Beim Kauf einer Eigentumswohnung ist Eigenkapital besonders wichtig. Banken sehen es gern, wenn zumindest 10 bis 20 Prozent der Gesamtkosten aus eigenen Mitteln kommen. Bei einer Wohnung um 300.000 Euro wären das also 30.000 bis 60.000 Euro. Ein einzelner Bausparvertrag reicht dafür meist nicht aus, kann aber ein solider Baustein sein.
Genau hier wird die Frage wie funktioniert ein Bausparvertrag in Österreich beim Sparen für die Eigentumswohnung praktisch: Er hilft nicht, die gesamte Wohnung zu finanzieren, aber er zwingt zu regelmäßigem Sparen und schafft verlässliches Startkapital.
Beispielrechnung: So viel kann nach 6 Jahren zusammenkommen
Nehmen wir an, Sie zahlen 100 Euro pro Monat für 6 Jahre ein:
- Monatliche Einzahlung: 100 Euro
- Laufzeit: 72 Monate
- Eigenleistung: 7.200 Euro
- dazu Zinsen und staatliche Prämie
Je nach Tarif und jährlicher Prämienhöhe kann am Ende etwas mehr als die reine Einzahlung herauskommen. Realistisch ist kein riesiger Gewinn, aber ein sicherer Vermögensaufbau. Zahlen Sie 200 Euro pro Monat ein, liegen Sie nach 6 Jahren bereits bei 14.400 Euro zuzüglich Zinsen und Prämie.
Für Paare kann das besonders interessant sein: Wenn zwei Personen jeweils einen Bausparvertrag besparen, kann ein gemeinsames Guthaben entstehen, das bei den Kaufnebenkosten einer Eigentumswohnung bereits deutlich entlastet.
Vorteile eines Bausparvertrags
- Planbarkeit: feste Laufzeit und regelmäßige Sparleistung
- Geringes Risiko: deutlich sicherer als Aktien oder Kryptowährungen
- Staatliche Förderung: Bausparprämie als zusätzlicher Vorteil
- Disziplin beim Sparen: ideal für langfristige Wohnziele
- Gut als Eigenkapital: nützlich bei einer späteren Kreditprüfung
Wenn Sie parallel noch weitere Sparreserven aufbauen möchten, finden Sie in 7 Tipps zum Geldsparen praktische Ansätze für den Alltag.
Nachteile und Grenzen
- Begrenzte Rendite: meist niedriger als bei langfristigen Wertpapierinvestments
- Bindung: vorzeitige Kündigung kann Nachteile bringen
- Gebühren: diese können den Ertrag schmälern
- Nicht ausreichend für den gesamten Wohnungskauf: eher Ergänzung als Komplettlösung
Wer einen sehr langen Anlagehorizont hat, vergleicht Bausparen oft mit anderen Möglichkeiten. Ein Blick auf Aktienmarktprognosen für das nächste Jahrzehnt: Trends und Chancen kann helfen, die Unterschiede zwischen sicherheitsorientiertem Sparen und chancenorientiertem Investieren besser einzuordnen.
Worauf sollten Sie vor Vertragsabschluss achten?
Zinsen nicht isoliert betrachten
Viele achten nur auf den beworbenen Zinssatz. Wichtiger ist aber die Kombination aus Zinsen, Prämie und Gebühren. Ein Tarif mit etwas niedrigerem Zins kann unter dem Strich trotzdem besser sein, wenn die Kosten geringer sind.
Maximale Förderung nutzen
Prüfen Sie, bis zu welcher Einzahlung die staatliche Prämie berücksichtigt wird. Wer deutlich darüber einzahlt, bekommt auf den Mehrbetrag oft keine zusätzliche Förderung.
Zeitpunkt des Wohnungskaufs realistisch planen
Wenn Sie bereits in 1 oder 2 Jahren kaufen wollen, ist ein neuer Bausparvertrag oft nicht ideal, weil die Bindungsfrist 6 Jahre beträgt. Dann ist eher entscheidend, wie Sie Eigenmittel kurzfristig aufbauen oder einen Kredit sauber vorbereiten. Dazu kann auch Online Kredit beantragen: So funktioniert’s hilfreich sein.
Bonität nicht vergessen
Für die spätere Wohnbaufinanzierung zählt nicht nur das Eigenkapital, sondern auch Ihre Bonität. Ein KSV-Eintrag oder offene Verbindlichkeiten können die Kreditvergabe erschweren. Sinnvoll ist daher eine frühzeitige Prüfung über KSV Selbstauskunft – eigene Bonität abfragen.
Für wen ist Bausparen besonders sinnvoll?
Ein Bausparvertrag passt vor allem zu Menschen, die:
- in 5 bis 8 Jahren eine Eigentumswohnung kaufen möchten
- monatlich einen fixen Betrag zur Seite legen können
- wenig Risiko wollen
- Eigenkapital für Kredit, Kaufnebenkosten oder Einrichtung aufbauen möchten
Weniger passend ist Bausparen meist für Personen, die maximale Rendite suchen oder das Geld sehr kurzfristig benötigen.
Fazit: Wie funktioniert ein Bausparvertrag in Österreich beim Sparen für die Eigentumswohnung?
Wie funktioniert ein Bausparvertrag in Österreich beim Sparen für die Eigentumswohnung? Im Kern sehr einfach: Sie sparen über 6 Jahre regelmäßig Geld an, erhalten Zinsen und die staatliche Bausparprämie und bauen so sicheres Eigenkapital auf. Für den Kauf einer Eigentumswohnung ist das kein Wundermittel, aber ein vernünftiger und planbarer Baustein.
Besonders sinnvoll ist ein Bausparvertrag, wenn Sie diszipliniert sparen möchten, keinen hohen Wert auf Risiko legen und Ihren Wohnungskauf nicht sofort, sondern mittelfristig planen. Vergleichen Sie aber immer Gebühren, Zinsen und Fördergrenzen. Dann kann Bausparen in Österreich ein solider erster Schritt zur eigenen Eigentumswohnung sein.
📢 Hinweis: Verpasse keine Ansprüche! Prüfe in unserem Förderungen & Beihilfen Guide, was dir zusteht.






