Zuletzt aktualisiert am 20. April 2026 um 16:02
Wasser, Limonaden und andere Getränke in PET-Flaschen könnten in Österreich bald teurer werden. Auslöser ist laut einem Bericht von Heute.at eine geplante Erhöhung der Abgaben auf Plastikabfälle, von der auch PET-Flaschen betroffen sein könnten. Für Konsumentinnen und Konsumenten wäre das vor allem deshalb relevant, weil Hersteller die zusätzlichen Kosten zumindest teilweise an den Handel und am Ende an die Kunden weitergeben könnten.
Noch ist nichts fix beschlossen, aber die Diskussion zeigt, wie schnell steuerliche Änderungen den Alltag verteuern können. Gerade bei Produkten, die fast täglich gekauft werden, summieren sich schon kleine Preisaufschläge über das Jahr hinweg. Deshalb lohnt sich ein genauer Blick darauf, was derzeit bekannt ist, warum die Branche so heftig reagiert und welche Auswirkungen auf Haushalte realistisch wären.
Worum es bei der geplanten Abgabe geht
Dem Bericht zufolge sollen die Abgaben auf Plastikabfälle erhöht werden. Darunter würden auch PET-Flaschen fallen. Nach Darstellung von Heute.at soll die Maßnahme mithelfen, die geplante Senkung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel zu finanzieren. Gleichzeitig soll die Abgabe zusätzliche Anreize für Recycling schaffen.
Für Hersteller von Mineralwasser, Softdrinks und anderen Getränken wäre das ein direkter Kostenfaktor. Die Sorge der Branche: Wenn PET-Flaschen stärker belastet werden, steigen die Produktions- und Verpackungskosten. Unternehmen würden versuchen, diese Mehrkosten weiterzugeben. Genau dadurch könnten Getränke für Endkunden im Supermarkt oder an Tankstellen teurer werden.
Warum die Getränkeindustrie Alarm schlägt
Laut Heute.at zeigt sich die Getränkeindustrie alles andere als begeistert. In dem Bericht ist von massiver Kritik aus der Branche die Rede. Ein anonymer Insider sprach gegenüber der „Krone“ sogar von einem „schweren Foul“ der Regierung. Hintergrund ist, dass Hersteller und Handel in den vergangenen Jahren bereits viel Geld in das seit 2025 geltende Pfandsystem investiert haben.
Aus Sicht der Unternehmen wäre eine zusätzliche Belastung auf PET-Flaschen daher ein weiterer Kostenschub in einem Bereich, der ohnehin bereits stark reguliert und teuer geworden ist. Die Forderung aus der Branche lautet demnach, PET-Flaschen von der geplanten Plastikabgabe auszunehmen. Ob das politisch durchsetzbar ist, bleibt offen.
Was das für Haushalte konkret bedeuten könnte
Für Konsumenten geht es vor allem um eine einfache Frage: Werden Getränke des täglichen Bedarfs teurer? Eine seriöse Antwort lautet derzeit: möglich, aber die genaue Höhe ist noch offen. Solange keine endgültigen gesetzlichen Details, Sätze oder Ausnahmen vorliegen, lässt sich kein fixer Aufschlag berechnen. Klar ist aber, dass neue Abgaben in der Regel entlang der Lieferkette weitergereicht werden, zumindest teilweise.
Gerade bei Familien oder Haushalten mit hohem Konsum von Mineralwasser, Säften und Softdrinks könnten schon kleine Preissteigerungen spürbar werden. Wer etwa regelmäßig mehrere Kisten Wasser oder Getränke pro Monat kauft, merkt selbst geringe Verteuerungen schneller als bei einem einmaligen Einkauf. In Zeiten ohnehin steigender Lebenshaltungskosten ist das politisch besonders sensibel.
Steuersenkung auf der einen, neue Belastung auf der anderen Seite
Interessant ist an der Debatte vor allem der politische Zielkonflikt. Einerseits soll die Mehrwertsteuer auf bestimmte Grundnahrungsmittel sinken, was Verbraucher entlasten würde. Andererseits könnte eine neue Abgabe auf Plastikabfälle einzelne Produkte im Alltag wieder verteuern. Für viele Haushalte zählt am Ende nicht die einzelne Maßnahme, sondern die Gesamtwirkung im Geldbörsel.
Wer sich einen Überblick verschaffen möchte, wie sich Steueränderungen auf Preise auswirken können, findet auf derfinanzcheck.at bereits den Mehrwertsteuerrechner sowie unseren Beitrag zur Mehrwertsteuersenkung in Österreich. Genau diese Gegenrechnung wird auch bei der aktuellen Diskussion entscheidend sein: Spart der Haushalt unterm Strich oder werden Entlastungen an anderer Stelle wieder aufgefressen?
Warum PET-Flaschen besonders im Fokus stehen
PET-Flaschen sind in Österreich bei Getränken weiterhin weit verbreitet. Sie sind leicht, günstig in der Herstellung und im Transport praktisch. Gleichzeitig stehen sie seit Jahren im Mittelpunkt von Umwelt- und Recyclingdebatten. Dass ausgerechnet sie nun noch stärker besteuert werden könnten, überrascht daher nicht völlig. Politisch lässt sich eine Plastikabgabe mit Umweltzielen und Lenkungseffekten argumentieren.
Genau hier liegt aber auch der Konflikt: Wenn Verbraucher auf Getränkepackungen angewiesen sind, die am Markt dominieren, ist der Ausweicheffekt oft begrenzt. Eine Abgabe kann dann zwar ökologische Anreize setzen, kurzfristig aber vor allem höhere Preise auslösen. Deshalb wird die genaue Ausgestaltung entscheidend sein – etwa mögliche Ausnahmen, Staffelungen oder Übergangsfristen.
Wer besonders betroffen wäre
Besonders spürbar wären Preissteigerungen für Haushalte, die regelmäßig Getränke in größeren Mengen kaufen. Dazu zählen Familien, Pendler oder Personen, die oft unterwegs einkaufen. Auch Tankstellenpreise könnten nach Einschätzung aus dem Bericht betroffen sein, was die Verteuerung im Alltag zusätzlich sichtbar machen würde.
Für einkommensschwächere Haushalte sind selbst kleinere Preisaufschläge problematisch, wenn sie sich über viele Alltagsprodukte summieren. Genau deshalb wird die Diskussion um eine neue Plastikabgabe nicht nur als Umwelt- oder Branchenthema geführt, sondern auch als Frage der Kaufkraft und Konsumentenbelastung.
Was Sie jetzt tun können
Bis konkrete Gesetzesdetails vorliegen, ist Gelassenheit sinnvoller als Panik. Trotzdem gibt es ein paar praktische Schritte, mit denen Konsumenten auf mögliche Preisänderungen reagieren können:
- Beobachten Sie Preisentwicklungen bei Wasser und Getränken in den nächsten Wochen genauer.
- Vergleichen Sie Supermarktpreise mit Aktionen und Eigenmarken.
- Prüfen Sie, ob größere Gebinde oder Alternativen im Haushalt günstiger sind.
- Behalten Sie politische Entscheidungen rund um Mehrwertsteuer und Abgaben im Blick.
- Nutzen Sie vorhandene Rechner und Ratgeber, um Preisänderungen besser einzuordnen.
Fazit: Die Diskussion über eine höhere Plastikabgabe auf PET-Flaschen ist mehr als ein Branchenthema. Sie könnte ganz konkret bei Alltagsprodukten ankommen, die fast jeder Haushalt regelmäßig kauft. Noch ist offen, ob und in welcher Form die Abgabe kommt. Klar ist aber schon jetzt: Wenn Entlastungen bei Lebensmitteln mit neuen Belastungen an anderer Stelle kombiniert werden, schauen Konsumenten am Ende sehr genau auf die Gesamtbilanz.
Quelle: Heute.at – Getränkeindustrie verärgert: Wasser bald teurer? Diese neue Steuer soll kommen







