Kfz-Vollkasko

Zuletzt aktualisiert am 13. April 2026 um 23:32


KFZ-Vollkasko Österreich 2026 – Deckung, Selbstbehalt & Kosten im Vergleich

Die KFZ-Vollkaskoversicherung ist die umfassendste Absicherung für Ihr Auto. Sie enthält alle Leistungen der Teilkasko – und deckt zusätzlich selbstverschuldete Unfallschäden sowie Vandalismus. Für Neuwagen, finanzierte Fahrzeuge und junge Lenker ist die Vollkasko praktisch unverzichtbar. Auf dieser Seite erklären wir, was genau abgedeckt ist, was die Vollkasko kostet und für wen sie sich lohnt.

Was deckt die KFZ-Vollkaskoversicherung ab?

Die Vollkasko umfasst alle Leistungen der Teilkasko plus zwei zusätzliche Schadensbereiche:

✅ Alles aus der Teilkasko

  • 🔓 Diebstahl (Fahrzeug oder Fahrzeugteile)
  • 🌪️ Sturm und Hagelschäden
  • 🦌 Wildunfälle (Haarwild)
  • 🔥 Brand und Explosion
  • 💥 Glasbruch und Steinschlag
  • 🐭 Marderbiss-Schäden

➕ Zusätzlich nur in der Vollkasko

  • 🚗 Selbstverschuldete Unfälle: Sie fahren gegen eine Leitplanke, einen Baum oder eine Mauer – die Vollkasko zahlt die Reparatur Ihres eigenen Fahrzeugs. Auch Fahrfehler, Rutschen auf nasser Straße oder beim Einparken eingedrückte Kotflügel sind abgedeckt.
  • 💢 Vandalismus: Fremdverschuldete Sachbeschädigung – zerkratzter Lack, eingeworfene Scheiben, zerstochene Reifen, verwüstetes Fahrzeuginterieur. Achtung: Vandalismus durch eigene Familienmitglieder ist in den meisten Tarifen ausgeschlossen.
  • 🔍 Fahrerflucht: Wenn Ihr Fahrzeug beschädigt wird und der Verursacher unbekannt ist (z. B. am Parkplatz), zahlt die Vollkasko Ihren Schaden.

Was zahlt die Vollkasko NICHT?

Auch die Vollkasko hat Grenzen. Folgende Schäden sind nicht versichert:

  • ❌ Normale Abnutzung und Verschleiß (z. B. verrostete Bremsen, verschlissene Reifen)
  • ❌ Mechanische Defekte (z. B. Motorschaden ohne Fremdeinwirkung)
  • ❌ Schäden durch Fahren ohne gültigen Führerschein
  • ❌ Schäden unter Alkohol- oder Drogeneinfluss (trunkenheitsbedingte Unfälle)
  • ❌ Vorsätzlich verursachte Schäden
  • ❌ Schäden bei Rennen oder illegalen Straßenrennen
  • ❌ Vandalismus durch Familienmitglieder oder Mitbewohner (in den meisten Tarifen)

Vollkasko-Kosten: Was kostet die umfassende Absicherung?

Die Vollkasko kostet typischerweise 30–50 % mehr als die reine Teilkasko, da sie auch selbstverschuldete Unfälle abdeckt. Die genaue Prämie hängt von mehreren Faktoren ab:

  • 🚗 Fahrzeugtyp und -neuwert: Teurere Fahrzeuge = höhere Prämie
  • Kasko-SF-Klasse: Wie bei der Haftpflicht gibt es auch für die Kasko eine eigene Schadenfreiheitsklasse. Die Vollkasko-SF-Klasse beeinflusst Ihre Prämie unabhängig von der Haftpflicht-SF-Klasse.
  • 🔢 Typklasse (Kasko): Fahrzeugmodelle, die häufig in Unfälle verwickelt sind, haben eine höhere Typklasse
  • 💰 Selbstbehalt: Höherer Selbstbehalt = niedrigere Prämie
  • 📅 Fahrzeugalter: Neuwagen sind teurer zu versichern als gebrauchte Fahrzeuge

Beispielrechnung: Vollkasko-Kosten nach Fahrzeugtyp

Fahrzeug Ca. Vollkasko/Jahr Ca. Teilkasko/Jahr
Kleinwagen (z. B. VW Polo) 120–250 € 50–100 €
Kompaktwagen (z. B. VW Golf) 180–400 € 80–150 €
Mittelklasse (z. B. BMW 3er) 300–550 € 120–200 €
SUV (z. B. BMW X5) 400–700 € 150–250 €

Hinweis: Die genauen Prämien variieren je nach Versicherer, Schadenfreiheitsklasse und individuellen Merkmalen. Nutzen Sie den Vergleichsrechner für Ihr persönliches Angebot.

Selbstbehalt bei der Vollkasko

Bei der Vollkasko können Sie den freiwilligen Selbstbehalt frei wählen. Die Regel ist: Je höher der Selbstbehalt, desto niedriger die Prämie.

Selbstbehalt Prämienersparnis (ca.) Empfehlung
150 € Gering Sicherheitsorientierte Fahrer
300 € Mittel Guter Kompromiss (empfohlen)
500 € Hoch Erfahrene Fahrer mit SF10+

Hinweis zu Glasbruch: Der Selbstbehalt bei Glasbruch (150–300 €) gilt unabhängig vom allgemeinen Vollkasko-Selbstbehalt. Manche Versicherer bieten Glasbruch ohne SB in Premium-Tarifen an.

Wann ist Vollkasko sinnvoll?

Die Vollkasko lohnt sich besonders in folgenden Fällen:

  • 🚘 Neuwagen (bis ca. 5–6 Jahre): Der Fahrzeugwert ist hoch, ein Totalschaden wäre finanziell schmerzlich
  • 💳 Finanzierte oder geleastete Fahrzeuge: Leasinggeber und Banken verlangen in der Regel Vollkasko als Vertragsbedingung
  • 👤 Junge oder unerfahrene Lenker: Statistisch höheres Unfallrisiko in den ersten Fahrjahren
  • 🏙️ Fahrzeuge in Ballungsräumen: Höheres Risiko für Parkplatzschäden und Fahrerflucht
  • 💰 Fahrzeugwert über 10.000 €: Je höher der Wert, desto mehr lohnt sich der Schutz

Wann kann ich von Vollkasko auf Teilkasko wechseln?

Ein Wechsel von Vollkasko auf Teilkasko lohnt sich, wenn:

  • Das Fahrzeug älter als 5–6 Jahre ist und der Restwert unter 8.000–10.000 € liegt
  • Die Jahresprämie der Vollkasko mehr als 10 % des Fahrzeugrestwerts beträgt
  • Sie als Fahrer mehrere Jahre unfallfrei gefahren sind (SF-Klasse)

Tipp: Prüfen Sie jährlich, ob Ihre Vollkasko noch zum Fahrzeugwert passt. Ein Wechsel auf Teilkasko kann ab einem bestimmten Fahrzeugalter mehrere hundert Euro pro Jahr sparen.

Kasko-SF-Klasse: So funktioniert das System

Neben der SF-Klasse für die Haftpflicht gibt es eine eigene Kasko-SF-Klasse. Diese bestimmt den Rabatt auf Ihre Vollkasko-Prämie:

  • 📌 Neuantrag (SF0): Höchste Prämie – Sie zahlen den vollen Tarif
  • 📌 Jedes schadenfreie Jahr: Sie steigen eine Stufe auf (3–7 % Rabatt pro Stufe)
  • 📌 Nach einem Schaden: Sie fallen mehrere Stufen zurück – die Prämie steigt deutlich
  • 📌 Teilkasko-Schäden: Haben KEINEN Einfluss auf die Kasko-SF-Klasse

Wichtig: Die Kasko-SF-Klasse ist unabhängig von der Haftpflicht-SF-Klasse. Sie können also in der Haftpflicht SF15 haben, in der Kasko aber nur SF3.

Vollkasko und Leasing – Was ist zu beachten?

Wer ein Fahrzeug least, muss in der Regel eine Vollkaskoversicherung abschließen. Die Leasinggesellschaft will sicherstellen, dass das Fahrzeug – das ihr gehört – umfassend versichert ist.

  • 📋 Vertraglich vorgeschrieben: Die meisten Leasingverträge verlangen Vollkasko mit maximal 300–500 € Selbstbehalt
  • 🏦 Versicherungsnehmer: Oft fordert die Leasinggesellschaft, dass sie als Mitversicherte im Vertrag eingetragen wird
  • ⚠️ Nichteinhaltung: Verstöße gegen die Vollkasko-Pflicht können zur Vertragskündigung führen

❓ Häufige Fragen zur KFZ-Vollkaskoversicherung

Was ist der Unterschied zwischen Teilkasko und Vollkasko?

Die Teilkasko deckt nur Schäden durch äußere Einwirkungen (Diebstahl, Sturm, Wildunfälle, Glasbruch). Die Vollkasko enthält zusätzlich selbstverschuldete Unfälle und Vandalismus. Die Vollkasko kostet 30–50 % mehr als die Teilkasko.

Wird ein Vollkasko-Schaden in der SF-Klasse eingerechnet?

Ja. Ein gemeldeter Vollkasko-Schaden senkt Ihre Kasko-SF-Klasse und erhöht Ihre Prämie. Deshalb gilt: Kleine Schäden unter 500–1.000 Euro lieber selbst zahlen, um den SF-Rabatt zu erhalten.

Kann ich Vollkasko für ein altes Auto abschließen?

Ja, aber ob es sich lohnt, ist eine andere Frage. Für Fahrzeuge mit einem Restwert unter 5.000–8.000 Euro übersteigen die Vollkasko-Prämien oft den möglichen Erstattungsbetrag. In diesem Fall ist die Teilkasko die bessere Wahl.

Was passiert bei einem Totalschaden?

Bei einem Totalschaden zahlt die Vollkasko den Wiederbeschaffungswert (Zeitwert) des Fahrzeugs abzüglich des Restwerts (Schrottwerts) und des Selbstbehalts. Für Neuwagen bieten viele Versicherer eine Neuwertentschädigung an – dann wird der volle Neupreis ersetzt (meist in den ersten 12–24 Monaten).

Was ist eine Neuwertentschädigung?

Die Neuwertentschädigung bedeutet, dass im Totalschadenfall nicht der (niedrigere) Zeitwert, sondern der volle Neupreis des Fahrzeugs ersetzt wird. Diese Option ist besonders für Neuwagen sinnvoll und ist meist in den ersten 12–24 Monaten nach Erstzulassung gültig.

Kann ich Vollkasko und Teilkasko kombinieren?

Die Vollkasko enthält bereits alle Leistungen der Teilkasko – eine Kombination ist daher nicht nötig. Sie wählen entweder Haftpflicht + Teilkasko oder Haftpflicht + Vollkasko.

Soll ich einen kleinen Schaden über die Vollkasko abwickeln?

Vorsicht: Jeder gemeldete Vollkasko-Schaden senkt Ihre SF-Klasse und erhöht die Prämie langfristig. Faustregel: Wenn der Schaden weniger als das Doppelte Ihres Selbstbehalts beträgt, lohnt es sich oft, selbst zu zahlen. Rechnen Sie den SF-Verlust über 3–5 Jahre gegen.

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