Steuerformulare mit Fehlern - Steuerfehler vermeiden

Steuerexpertin warnt: Diese 3 Fehler kosten Sie Hunderte Euro

Viele Arbeitnehmer und Selbstständige in Österreich zahlen jedes Jahr zu viel Steuern – einfach weil sie bestimmte Fehler nicht kennen oder vermeiden. Steuerexpertin Jael Loutati hat in ihrem jährlichen Club-alpha-Vortrag die häufigsten Fehlertypen identifiziert, die zu unnötig hohen Steuerzahlungen führen. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie achten müssen, um nicht zum „Typ vier“ zu werden.

Die 4 Steuer-Fehlertypen

Laut Steuerexpertin Jael Loutati lassen sich Menschen, die zu viele Steuern zahlen, in vier Kategorien einteilen. Drei davon sind durch bessere Planung und Kenntnisse leicht vermeidbar:

🚨 Typ 1: „Der Unwissende“

Dieser Typ zahlt überhaupt keine Steuern – und beschwert sich dennoch. Das Problem: Ohne grundlegendes Verständnis von Buchhaltung und Steuerrecht übersieht man wichtige Vorteile und Möglichkeiten. Loutati betont: „Grundkenntnisse sind dringend notwendig. Jeder sollte zumindest in der Lage sein, seine Buchhaltung auf Plausibilität zu prüfen.“

🚨 Typ 2: „Der Falsche-Anwender“

Hier wird eine falsche Gewinnermittlungsmethode angewendet. Wer nicht weiß, wie Umsatzsteuer und Einkommensteuer berechnet werden oder was Soll und Haben bedeutet, kann am Ende höhere Steuern zahlen als nötig. Die Buchhaltung wird nicht als Steuerungsinstrument genutzt, sondern nur als notwendiges Übel betrachtet.

🚨 Typ 3: „Der Rechtsform-Verwechsler“

Eine häufige Fehlerquelle ist die falsche Wahl der Rechtsform. Viele Gründer können zum Beispiel eine Kapitalgesellschaft nicht von einem Einzelunternehmen unterscheiden – mit erheblichen steuerlichen Konsequenzen. Die Wahl der falschen Rechtsform kann jährlich Hunderte oder gar Tausende Euro kosten.

🚨 Typ 4: „Der Nachlässige“

Dieser Typ macht inhaltliche Fehler und verliert beispielsweise Rechnungen oder behält nicht die nötige Dokumentation bei. Ohne Belege können Werbungskosten nicht geltend gemacht werden – und das bedeutet: höhere Steuern.

Warum Grundwissen so wichtig ist

Viele sagen: „Dafür gibt es doch Steuerberater.“ Doch Loutati widerspricht: „Das Grundwissen braucht es trotzdem. Man kann Beratern nur die richtigen Fragen stellen, wenn man sich auskennt.“ Tatsächlich wissen Berater oft gar nicht, wo sie mit der Beratung anfangen sollen, wenn der Mandant selbst keine Vorstellung von seiner Situation hat.

Hinzu kommt: Auch Steuerberater machen Fehler. Wer sich nicht auskennt, übersieht diese möglicherweise. Je mehr Wissen man selbst hat, desto geringer ist auch die Angst vor dem Thema – und desto besser kann man Steuern als Steuerungsinstrument für das eigene Business nutzen.

Praxistipps: So vermeiden Sie teure Steuerfehler

  1. Prüfen Sie Ihre Buchhaltung auf Plausibilität: Vergleichen Sie regelmäßig, ob Ihr Bauchgefühl („Das Geschäft läuft gut/schlecht“) mit den Zahlen übereinstimmt.
  2. Lernen Sie die Grundlagen: Verstehen Sie den Unterschied zwischen Umsatzsteuer und Einkommensteuer, zwischen Soll und Haben.
  3. Wählen Sie die richtige Rechtsform: Lassen Sie sich vor der Gründung beraten, welche Rechtsform steuerlich und rechtlich am sinnvollsten ist.
  4. Dokumentieren Sie gewissenhaft: Bewahren Sie alle Rechnungen und Belege sorgfältig auf. Digitale Archivierung ist heute einfacher denn je.
  5. Prüfen Sie Ihre Steuererklärung: Seien Sie bei der Unterschrift nicht nur Formalist – verstehen Sie, was dort steht.
  6. Nutzen Sie alle Werbungskosten: Von der Pendlerpauschale über die Berufsgruppenpauschale bis hin zu Sonderausgaben – prüfen Sie, was Sie alles absetzen können.

Österreich als Steuerparadies?

Überraschenderweise bezeichnete Expertin Loutati Österreich in ihrem Vortrag als „Steuerparadies“. Das mag für viele übertrieben klingen, doch sie begründet es so: Die Frage ist nicht, wie hoch die Steuern sind, sondern was man dafür bekommt. In Österreich werden aus Steuergeldern wichtige Infrastrukturen finanziert: Bildung, soziale Sicherheit, Gesundheit, Verkehr.

Wer das System versteht und richtig nutzt, kann durchaus von den strukturellen Vorteilen profitieren. Das Problem: Viele wissen nicht, wie das System funktioniert.

Wichtiger Tipp: „Sich erst beraten zu lassen und dann zu gründen. Niemals andersherum, sonst verliert man viel Geld und viele Möglichkeiten.“ – Jael Loutati, Steuerexpertin

Fazit

Steuerfehler kosten Österreichs Arbeitnehmer und Selbstständige jedes Jahr Millionen Euro. Die gute Nachricht: Die häufigsten Fehler sind vermeidbar, wenn man sich grundlegend mit dem Thema beschäftigt. Investieren Sie Zeit in Steuerbildung, prüfen Sie Ihre Buchhaltung regelmäßig und zögern Sie nicht, einen Steuerberater zu konsultieren – aber bereiten Sie sich vor, damit Sie die richtigen Fragen stellen können.


Quelle: Kurier.at / Club Alpha

Disclaimer: Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Steuer- oder Rechtsberatung dar. Die Informationen wurden nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert, können jedoch trotzdem fehlerhaft sein. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte wird keine Haftung übernommen.