Spritpreisbremse ab April 2026: Staat begrenzt Benzin- und Diesel-Preis

Zuletzt aktualisiert am 1. Juni 2026 um 21:47

Was ist die Spritpreisbremse?

Die österreichische Bundesregierung hat mit 1. April 2026 erstmals die Spritpreisbremse aktiviert. Eine entsprechende Verordnung sieht eine Margenbegrenzung bei Treibstoffpreisen vor – also eine Obergrenze für den Gewinn von Tankstellenbetreibern und Treibstofflieferanten. Ziel: Verbraucher vor extremen Preisanstiegen zu schützen.

„Das ist eine für uns komplett neue Aufgabe, deren Umsetzung durchaus herausfordernd ist. Aber natürlich nehmen wir diese im Sinne der Konsument:innen an.“, betonen die Vorstände der E-Control, Alfons Haber und Michael Strebl.

Wann greift die Spritpreisbremse?

Die gesetzliche Grundlage bildet die Änderung §5aa des Preisgesetzes. Eine Preisbegrenzung kann erfolgen, wenn die österreichischen Tankstellenpreise mindestens um 30% höher als zwei Monate zuvor liegen. Der §5aa tritt per 30.12.2026 wieder außer Kraft.

Die aktuellen Zahlen:
  • Super 95: Der Nettopreis lag im Jänner bei € 0,693/l – aktuell bei € 0,92/l (+38,8%).
  • Diesel: Der Nettopreis lag im Jänner bei € 0,783/l – aktuell bei € 1,215/l (+54%).
  • Beide Kraftstoffe übersteigen die 30%-Grenze deutlich – die Spritpreisbremse ist in Kraft.

Zum Vergleich: Aktuell (Stand 26.3.2026) liegen die Bruttopreise bei ca. € 1,84 für Super und € 2,11 für Diesel.

Wer ist betroffen und welche Ausnahmen gibt es?

Die Verordnung gilt für Diesel (B7) und Euro-Super (E10). Verpflichtet sind:

  • Verkäufer an Tankstellen (Produzenten und Inhaber von Steuerlagern)
  • Tankstellenbetreiber, die Teil eines vertikal integrierten Konzerns sind
  • Registrierte Empfänger (Importeure), die mindestens 30 Tankstellen betreiben

Achtung: Autobahntankstellen sind von der Spritpreisbremse ausgenommen. Auch kleine, unabhängige Tankstellen unter den genannten Schwellenwerten fallen nicht direkt unter die Regelung.

So funktioniert die Margenbegrenzung

Der Mechanismus ist einfach: Ausgangspunkt ist die Differenz zwischen dem Nettoabgabepreis der Tankstelle und den Großhandelsnotierungen an einem bestimmten Beobachtungszeitraum.

Am 2. April 2026 muss diese Differenz um 5 Cent pro Liter (netto) gesenkt werden. Das ist die eigentliche Margenbegrenzung. Wenn in weiterer Folge die Großhandelsnotierungen steigen, darf der Preis entsprechend erhöht werden – wenn sie sinken, muss er gesenkt werden.

Die E-Control überwacht diese Einhaltung, weist aber selbst darauf hin: „Konsument:innen werden nicht automatisch bei jeder Tankstelle die Senkung sehen, weil es möglich ist, dass Tankstellen aufgrund ihrer Preisgestaltung nur eine geringe oder gar keine Senkung vornehmen müssen.“

Fazit: Was bedeutet das für Sie?

Die Spritpreisbremse soll exzessive Gewinnmargen bei Treibstoff begrenzen. Ob Sie konkret profitieren, hängt von der jeweiligen Tankstelle ab. Ein Vergleich lohnt sich – nutzen Sie dazu den Spritpreis-Vergleich der E-Control oder Apps wie Spritstoffmonitor.at.

Quellen: E-Control Pressemeldung vom 1. April 2026

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Omid Kafaji, staatlich geprüfter Vermögensberater und Finanzierungsexperte aus Wien

Über den Autor: Omid Kafaji

Omid Kafaji ist staatlich geprüfter Vermögensberater, Kreditvermittler und Finanzierungsexperte aus Wien. Auf DerFinanzcheck.at erklärt er Finanzthemen für österreichische Verbraucher praxisnah, verständlich und mit Erfahrung aus der Finanzierungsbranche.

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