Was ist die Spritpreisbremse?
Die österreichische Bundesregierung hat mit 1. April 2026 erstmals die Spritpreisbremse aktiviert. Eine entsprechende Verordnung sieht eine Margenbegrenzung bei Treibstoffpreisen vor – also eine Obergrenze für den Gewinn von Tankstellenbetreibern und Treibstofflieferanten. Ziel: Verbraucher vor extremen Preisanstiegen zu schützen.
„Das ist eine für uns komplett neue Aufgabe, deren Umsetzung durchaus herausfordernd ist. Aber natürlich nehmen wir diese im Sinne der Konsument:innen an.“, betonen die Vorstände der E-Control, Alfons Haber und Michael Strebl.
Wann greift die Spritpreisbremse?
Die gesetzliche Grundlage bildet die Änderung §5aa des Preisgesetzes. Eine Preisbegrenzung kann erfolgen, wenn die österreichischen Tankstellenpreise mindestens um 30% höher als zwei Monate zuvor liegen. Der §5aa tritt per 30.12.2026 wieder außer Kraft.
Die aktuellen Zahlen:- Super 95: Der Nettopreis lag im Jänner bei € 0,693/l – aktuell bei € 0,92/l (+38,8%).
- Diesel: Der Nettopreis lag im Jänner bei € 0,783/l – aktuell bei € 1,215/l (+54%).
- Beide Kraftstoffe übersteigen die 30%-Grenze deutlich – die Spritpreisbremse ist in Kraft.
Zum Vergleich: Aktuell (Stand 26.3.2026) liegen die Bruttopreise bei ca. € 1,84 für Super und € 2,11 für Diesel.
Wer ist betroffen und welche Ausnahmen gibt es?
Die Verordnung gilt für Diesel (B7) und Euro-Super (E10). Verpflichtet sind:
- Verkäufer an Tankstellen (Produzenten und Inhaber von Steuerlagern)
- Tankstellenbetreiber, die Teil eines vertikal integrierten Konzerns sind
- Registrierte Empfänger (Importeure), die mindestens 30 Tankstellen betreiben
Achtung: Autobahntankstellen sind von der Spritpreisbremse ausgenommen. Auch kleine, unabhängige Tankstellen unter den genannten Schwellenwerten fallen nicht direkt unter die Regelung.
So funktioniert die Margenbegrenzung
Der Mechanismus ist einfach: Ausgangspunkt ist die Differenz zwischen dem Nettoabgabepreis der Tankstelle und den Großhandelsnotierungen an einem bestimmten Beobachtungszeitraum.
Am 2. April 2026 muss diese Differenz um 5 Cent pro Liter (netto) gesenkt werden. Das ist die eigentliche Margenbegrenzung. Wenn in weiterer Folge die Großhandelsnotierungen steigen, darf der Preis entsprechend erhöht werden – wenn sie sinken, muss er gesenkt werden.
Die E-Control überwacht diese Einhaltung, weist aber selbst darauf hin: „Konsument:innen werden nicht automatisch bei jeder Tankstelle die Senkung sehen, weil es möglich ist, dass Tankstellen aufgrund ihrer Preisgestaltung nur eine geringe oder gar keine Senkung vornehmen müssen.“
Fazit: Was bedeutet das für Sie?
Die Spritpreisbremse soll exzessive Gewinnmargen bei Treibstoff begrenzen. Ob Sie konkret profitieren, hängt von der jeweiligen Tankstelle ab. Ein Vergleich lohnt sich – nutzen Sie dazu den Spritpreis-Vergleich der E-Control oder Apps wie Spritstoffmonitor.at.
Quellen: E-Control Pressemeldung vom 1. April 2026
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