Ab 1. Jänner 2026 verdreifacht sich der Pendlereuro – von bisher 2 Euro auf 6 Euro pro Kilometer. Diese massive Erhöhung ist Teil der Kompensation für die abgeschaffte Klimabonus-Auszahlung und bringt Millionen österreichischen Arbeitnehmern eine spürbare Steuerentlastung.
Wer täglich 30 Kilometer zur Arbeit pendelt, erhält ab 2026 statt bisher 60 Euro nun 180 Euro Pendlereuro pro Jahr – ein Plus von 120 Euro. Doch nicht jeder profitiert gleich stark. Wir zeigen, wer wie viel spart und was Sie beachten müssen.
Was ist der Pendlereuro und wie funktioniert er?
Der Pendlereuro ist ein steuerlicher Absetzbetrag für Arbeitnehmer, die regelmäßig zur Arbeit pendeln. Anders als die Pendlerpauschale, die nur das zu versteuernde Einkommen mindert, reduziert der Pendlereuro die Lohnsteuer direkt Euro für Euro.
Das bedeutet konkret: Ein Pendlereuro von 180 Euro reduziert Ihre Steuerschuld tatsächlich um 180 Euro – unabhängig von Ihrem persönlichen Steuersatz.
Pendlereuro 2026: So viel sparen Sie
Die Berechnung ist einfach: Entfernung in Kilometern × 6 Euro. Die folgende Tabelle zeigt die Entlastung für typische Arbeitswege:
| Arbeitsweg (einfach) | Pendlereuro alt (2€/km) | Pendlereuro neu (6€/km) | Mehr Entlastung |
|---|---|---|---|
| 20 km | 40 € | 120 € | +80 € |
| 30 km | 60 € | 180 € | +120 € |
| 40 km | 80 € | 240 € | +160 € |
| 50 km | 100 € | 300 € | +200 € |
| 60 km | 120 € | 360 € | +240 € |
Voraussetzungen: Wer hat Anspruch?
Um den Pendlereuro zu erhalten, müssen Sie Anspruch auf die kleine oder große Pendlerpauschale haben:
- Kleine Pendlerpauschale: Arbeitsweg mindestens 20 km, öffentliche Verkehrsmittel sind zumutbar
- Große Pendlerpauschale: Arbeitsweg mindestens 2 km, öffentliche Verkehrsmittel sind unzumutbar
Ob öffentliche Verkehrsmittel zumutbar sind, prüft der offizielle Pendlerrechner des Finanzministeriums. Berücksichtigt werden Wegzeit, Umstiege und Taktung.
Pendlerpauschale vs. Pendlereuro: Der Unterschied
Viele Arbeitnehmer verwechseln die beiden Instrumente. Die Unterschiede sind jedoch entscheidend für Ihre Entlastung:
| Merkmal | Pendlerpauschale | Pendlereuro |
|---|---|---|
| Art | Freibetrag | Absetzbetrag |
| Wirkung | Mindert steuerpflichtiges Einkommen | Mindert Steuerlast direkt |
| Steuerersparnis | Abhängig vom Grenzsteuersatz (z.B. 40%) | 1:1 (Euro für Euro) |
Praxis-Beispiel: Das bringt die Kombination
Ein Arbeitnehmer pendelt 30 km (einfache Strecke). Öffentliche Verkehrsmittel sind zumutbar, er erhält also die kleine Pendlerpauschale.
Seine Entlastung ab 2026:
- Kleine Pendlerpauschale: 696 Euro (Freibetrag)
- Bei 40% Grenzsteuersatz: 696 × 0,40 = 278 Euro Steuerersparnis
- Pendlereuro: 180 Euro (30 km × 6 €)
- Gesamtentlastung: 458 Euro pro Jahr
Negativsteuer: Auch Geringverdiener profitieren
Selbst Arbeitnehmer mit geringem Einkommen, die kaum Lohnsteuer zahlen, profitieren vom Pendlereuro. Sie erhalten eine Rückerstattung ihrer Sozialversicherungsbeiträge – die sogenannte Negativsteuer.
Die maximale SV-Rückerstattung steigt ab 2026 von 608 Euro auf 750 Euro bei Anspruch auf Pendlerpauschale.
So beantragen Sie den Pendlereuro
Sie haben zwei Möglichkeiten, den Pendlereuro geltend zu machen:
Variante 1: Über den Arbeitgeber (monatlich)
- Pendlerrechner auf bmf.gv.at ausfüllen
- Ausdruck beim Arbeitgeber abgeben (Formular L34)
- Pendlereuro wird monatlich in der Lohnverrechnung berücksichtigt
Variante 2: Über die Arbeitnehmerveranlagung (jährlich)
- Pendlerrechner ausfüllen und Ergebnis speichern
- Bei der Arbeitnehmerveranlagung (Lohnsteuerausgleich) angeben
- Erstattung erfolgt mit dem Steuerbescheid
Wichtig für 2026: Aktualisieren Sie Ihre Unterlagen
Auch wenn sich Ihr Arbeitsweg nicht geändert hat: Der Pendlerrechner wurde für 2026 aktualisiert. Führen Sie den Rechner neu durch und reichen Sie das aktualisierte Formular L34 beim Arbeitgeber ein – damit die höhere Entlastung bereits bei der ersten Lohnabrechnung 2026 berücksichtigt wird.
Tipp: Viele Arbeitgeber verarbeiten Änderungen erst mit Verzögerung. Je früher Sie das Formular einreichen, desto eher profitieren Sie von der vollen Entlastung.
Fazit: Mehr Netto für Millionen Pendler
Die Verdreifachung des Pendlereuro auf 6 Euro pro Kilometer ist eine der größten steuerlichen Entlastungen für Arbeitnehmer in den letzten Jahren. Besonders Pendler mit langen Arbeitswegen profitieren: Bei 60 km einfacher Strecke sind das 360 Euro direkte Steuerersparnis pro Jahr.
Wichtig ist, dass Sie den Pendlereuro aktiv beantragen – sei es über den Arbeitgeber oder die Arbeitnehmerveranlagung. Wer nichts unternimmt, verliert bares Geld.
Quellen: Bundesministerium für Finanzen (BMF), Brainpower Austria
Hinweis: Dieser Artikel dient zu Informationszwecken und stellt keine Steuerberatung dar. Für individuelle Fragen konsultieren Sie bitte einen Steuerberater oder die Arbeiterkammer.







