Wer in Österreich kein Arbeitslosengeld mehr bekommt und noch keine neue Arbeit gefunden hat, kann unter bestimmten Voraussetzungen Notstandshilfe erhalten. Gerade 2026 suchen viele Betroffene nach einer klaren Antwort: Wer hat Anspruch, wie hoch ist die Notstandshilfe und wie stelle ich den Antrag richtig?
Die gute Nachricht: Das AMS erklärt die wichtigsten Regeln inzwischen deutlich klarer als früher. In diesem Ratgeber finden Sie die wichtigen Punkte für Notstandshilfe 2026 in Österreich kompakt und verständlich zusammengefasst – auf Basis der offiziellen AMS-Informationen.
Sie haben grundsätzlich Anspruch auf Notstandshilfe 2026, wenn Sie bereits einmal Arbeitslosengeld bezogen haben, weiterhin arbeitslos, arbeitsfähig und arbeitswillig sind, sich beim AMS registrieren und die weiteren Voraussetzungen erfüllen. Die Höhe wird nicht pauschal fix festgelegt, sondern hängt laut AMS vor allem von Ihrem früheren Arbeitslosengeld, Ihrem Einkommen und der Dauer Ihres Arbeitslosengeld-Anspruchs ab.
Was ist die Notstandshilfe in Österreich?
Die Notstandshilfe ist eine Leistung des AMS für Personen, deren Anspruch auf Arbeitslosengeld bereits ausgelaufen ist, die aber weiterhin keine Arbeit gefunden haben. Sie ist damit für viele Menschen die nächste finanzielle Absicherung nach dem Arbeitslosengeld.
Wichtig: Notstandshilfe ist nicht automatisch für alle vorgesehen. Sie müssen die Bedingungen erfüllen und den Antrag stellen.
Wer hat 2026 Anspruch auf Notstandshilfe?
Laut AMS besteht grundsätzlich Anspruch, wenn Sie diese Bedingungen erfüllen:
- Sie haben einen Antrag gestellt und sind für die Arbeitssuche beim AMS registriert.
- Sie sind arbeitsfähig, arbeitswillig und arbeitslos.
- Sie möchten eine neue Beschäftigung finden und das AMS vermittelt Ihnen freie Stellen.
- Sie sind bereit, eine Arbeit von mindestens 20 Stunden pro Woche anzunehmen.
- Ausnahme: Bei Betreuungspflichten für ein Kind unter 10 Jahren oder ein Kind mit Behinderung und nachweislich fehlender Betreuung reicht laut AMS eine Bereitschaft von mindestens 16 Stunden pro Woche.
- Sie befinden sich in einer Notlage.
- Sie haben bereits einmal Arbeitslosengeld bezogen.
- Sie beantragen die Notstandshilfe spätestens 5 Jahre, nachdem Ihr Anspruch auf Arbeitslosengeld geendet hat oder endet.
Wie hoch ist die Notstandshilfe 2026?
Die genaue Höhe ist individuell. Das AMS nennt drei zentrale Faktoren:
- Ihr bisheriges Arbeitslosengeld
- Ihr Einkommen
- der Zeitraum, für den Ihnen Arbeitslosengeld zugesprochen wurde
1. Bezug zum Arbeitslosengeld
Laut AMS richtet sich die Notstandshilfe nach dem Arbeitslosengeld-Grundbetrag:
- 92 % davon, wenn Ihr Arbeitslosengeld-Grundbetrag höher war als der Ausgleichszulagen-Richtsatz.
- 95 % davon, wenn Ihr Arbeitslosengeld-Grundbetrag maximal so hoch war wie der Ausgleichszulagen-Richtsatz.
Wenn Sie beim Arbeitslosengeld einen Ergänzungsbetrag erhalten haben, wird dieser laut AMS ebenfalls zu 95 % berücksichtigt. Zusätzlich kann ein Familienzuschlag dazukommen, wenn Sie für bestimmte Personen sorgen müssen.
2. Einkommen wird berücksichtigt
Das AMS berücksichtigt bei der Berechnung unter anderem Einkommen aus:
- geringfügiger Beschäftigung
- Vermietung und Verpachtung
- Unterhalt
- Pensionen
- politischer Tätigkeit
- Kapitalerträgen
- Kinderbetreuungsgeld
Wichtig: Änderungen Ihrer wirtschaftlichen Verhältnisse müssen Sie dem AMS sofort melden. Sonst kann das AMS die Notstandshilfe zurückfordern.
3. Dauer des früheren Arbeitslosengeld-Anspruchs
Auch die Dauer Ihres früheren Arbeitslosengeld-Anspruchs spielt eine Rolle. Laut AMS gilt unter anderem:
- Bei 20 Wochen Arbeitslosengeld kann der Grundbetrag höchstens dem Ausgleichszulagen-Richtsatz entsprechen.
- Bei 30 Wochen Arbeitslosengeld kann der Grundbetrag höchstens dem Existenzminimum entsprechen.
Wenn Sie die Notstandshilfe zum ersten Mal beantragen, gelten diese Regeln laut AMS erst, wenn Sie 6 Monate Notstandshilfe erhalten haben.
Wie lange bekommt man Notstandshilfe?
Grundsätzlich erhalten Sie die Notstandshilfe laut AMS unbegrenzt. Das heißt aber nicht, dass Sie nie wieder etwas tun müssen:
- Nach 52 Wochen müssen Sie einen neuen Antrag stellen.
- Sie müssen weiterhin die Voraussetzungen erfüllen.
- Sie müssen dem AMS für den Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.
Wie beantrage ich die Notstandshilfe 2026?
Das AMS nennt zwei Wege:
- digital über MeinAMS
- persönlich in Ihrer AMS-Geschäftsstelle
Wenn Sie noch keinen Zugang zu MeinAMS haben, ist das oft der schnellste Hebel, um Anträge und Unterlagen sauber abzuwickeln. Wichtig ist außerdem: Unter den jeweiligen Frageblöcken des Antrags finden Sie Hinweise, welche Dokumente Sie übermitteln müssen.
Kann ich Kinderbetreuungsgeld und Notstandshilfe gleichzeitig bekommen?
Ja, aber nur unter bestimmten Voraussetzungen. Laut AMS haben Sie nur dann Anspruch auf Notstandshilfe, wenn Sie dem Arbeitsmarkt ohne wesentliche Einschränkung zur Verfügung stehen. Das bedeutet zum Beispiel, dass Ihr Kind nachweislich betreut wird – etwa im Kindergarten, Hort oder bei einer Tagesmutter.
Außerdem wichtig: Wenn das Kinderbetreuungsgeld über der Geringfügigkeit liegt, kann es auf die Notstandshilfe angerechnet werden. Dadurch kann sich die Leistung verringern oder ganz entfallen.
Welche Fehler machen viele Betroffene?
- Sie glauben, Notstandshilfe komme automatisch nach dem Arbeitslosengeld.
- Sie melden Einkommensänderungen nicht sofort.
- Sie unterschätzen die Bedeutung von MeinAMS und fehlenden Unterlagen.
- Sie verwechseln Auszahlungstermine mit dem eigentlichen Anspruch.
Was ist der Unterschied zwischen Arbeitslosengeld und Notstandshilfe?
Das Arbeitslosengeld kommt zuerst. Die Notstandshilfe ist die mögliche Anschlussleistung, wenn der Anspruch auf Arbeitslosengeld bereits geendet hat und weiterhin Arbeitslosigkeit vorliegt.
Passende Ergänzungen auf derfinanzcheck.at:
- AMS Auszahlungstermine 2026
- AMS-Zuverdienst 2026
- Arbeitslosengeld Rechner
- Förderungen & Beihilfen Österreich
Fazit: Notstandshilfe 2026 ist keine Pauschale, sondern ein individueller Anspruch
Wer 2026 in Österreich Notstandshilfe beantragen will, sollte nicht nur nach einer Zahl suchen. Entscheidend sind die Voraussetzungen, die Berechnungslogik des AMS und eine saubere Antragstellung. Besonders wichtig sind dabei Ihr früheres Arbeitslosengeld, Ihr aktuelles Einkommen und die Frage, ob Sie dem Arbeitsmarkt tatsächlich zur Verfügung stehen.
Für viele Betroffene sind zusätzlich diese Seiten wichtig:
- Wann kommt das AMS-Geld aufs Konto?
- Was gilt beim Zuverdienst 2026?
- Offizielle AMS-Seite zur Notstandshilfe
Häufige Fragen zur Notstandshilfe 2026 in Österreich
Wer bekommt Notstandshilfe 2026?
Grundsätzlich Personen, die bereits Arbeitslosengeld bezogen haben, weiterhin arbeitslos, arbeitsfähig und arbeitswillig sind, sich beim AMS registrieren und die weiteren Voraussetzungen erfüllen.
Wie hoch ist die Notstandshilfe 2026?
Die Höhe ist individuell. Laut AMS hängt sie vor allem vom bisherigen Arbeitslosengeld, vom Einkommen und von der Dauer des früheren Arbeitslosengeld-Anspruchs ab.
Wie lange bekommt man Notstandshilfe?
Grundsätzlich unbegrenzt. Allerdings müssen Sie nach 52 Wochen wieder einen neuen Antrag stellen.
Kann ich Notstandshilfe online beantragen?
Ja. Laut AMS funktioniert der Antrag digital über MeinAMS oder persönlich in der AMS-Geschäftsstelle.







