Mehrwertsteuer-Senkung auf Lebensmittel ab Juli 2026: So viel sparen Sie wirklich

Zuletzt aktualisiert am 15. April 2026 um 14:14

Ab 1. Juli 2026: MwSt auf Grundnahrungsmittel halbiert

Ab 1. Juli 2026 wird in Österreich die Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel halbiert. Statt der bisherigen 10 Prozent sollen dann nur noch 4,9 Prozent fällig werden. Die Regierung verspricht damit eine Entlastung von rund 400 Millionen Euro pro Jahr für österreichische Haushalte.

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Aber wie viel spart man tatsächlich? Das hängt natürlich vom individuellen Einkaufsverhalten ab. Wir zeigen Ihnen, welche Produkte betroffen sind und rechnen vor, was im Portemonnaie bleibt.

Welche Lebensmittel sind von der MwSt-Senkung betroffen?

Die Senkung gilt für Grundnahrungsmittel. Dazu zählen insbesondere:

  • Obst und Gemüse (frisch und tiefgefroren) – darunter Kohlarten, Kürbis, Paprika, Spargel, Melanzani, Steinobst wie Marillen, Kirschen, Pfirsiche, Zwetschken
  • Brot und Gebäck (inklusive glutenfreier Produkte)
  • Milch (inklusive laktosefreier tierischer Milch)
  • Getreide und Mehl
  • Fleisch und Fisch (grundlegende Sorten)
  • Eier
  • Speiseöl und Fette

Nicht betroffen sind verarbeitete Lebensmittel wie Fertiggerichte, Süßigkeiten, Getränke und Snacks – hier bleibt es bei 20 Prozent MwSt.

So viel sparen Sie: Rechenbeispiele

Die MwSt sinkt von 10 auf 4,9 Prozent. Das bedeutet eine Reduktion um 5,1 Prozentpunkte. Auf den Nettopreis umgelegt ergibt das eine Ersparnis von rund 4,6 Prozent auf den Bruttopreis.

Beispiele für einen typischen Wocheneinkauf:

Produkt Preis vorher (brutto) Preis nachher (brutto) Ersparnis
1 Liter Milch 1,39 € 1,33 € 0,06 €
1 kg Mehl 0,89 € 0,85 € 0,04 €
500g Butter 2,49 € 2,37 € 0,12 €
1 kg Äpfel 2,29 € 2,18 € 0,11 €
1 Brot (750g) 2,99 € 2,85 € 0,14 €
12 Eier 3,49 € 3,33 € 0,16 €

Bei einem durchschnittlichen Wocheneinkauf von 80 Euro, von dem rund 40 Euro auf Grundnahrungsmittel entfallen, sparen Sie etwa 1,80 bis 2,00 Euro pro Woche. Das ergibt rund 95 bis 105 Euro pro Jahr.

Wer profitiert am meisten?

Die Senkung trifft alle Haushalte, aber besonders profitieren:

  • Familien mit Kindern: Höherer Verbrauch an Grundnahrungsmitteln wie Milch, Brot, Obst und Gemüse bedeutet höhere absolute Ersparnis
  • Geringverdiener und Pensionisten: Wer einen größen Teil des Einkommens für Lebensmittel ausgibt, profitiert prozentual stärker
  • Gesundheitsbewusste: Wer viel frisches Obst und Gemüse kauft, spart mehr als bei verarbeiteten Lebensmitteln

Offene Fragen und Kritik

Nicht alles ist geklärt. Finanzminister Marterbauer muss noch erklären, wie er den Einnahmenausfall von 200 Millionen Euro im Jahr 2026 kompensieren will. Kritiker bemängeln, dass die Senkung vor allem den Handel begünstigen könnte, wenn die Preise nicht im vollen Umfang weitergegeben werden.

Auçerdem bleibt die Frage, ob die Preisweitergabe tatsächlich 1:1 erfolgt. Bei der letzten MwSt-Änderung in Deutschland (2020) zeigte sich, dass Supermärkte die Senkung teilweise nur teilweise weitergaben.

5 Tipps: So nutzen Sie die MwSt-Senkung optimal

  1. Preise beobachten: Notieren Sie sich die Preise Ihrer Stammprodukte jetzt – so können Sie ab Juli prüfen, ob die Senkung wirklich ankommt
  2. Grundnahrungsmittel bevorzugen: Kaufen Sie möglichst unverarbeitete Grundnahrungsmittel – die profitieren von der Senkung, Fertiggerichte nicht
  3. Wochenmarkt statt Supermarkt: Direktvermarkter geben die Senkung oft schneller weiter als große Handelsketten
  4. Vorrat kaufen: Bei haltbaren Grundnahrungsmitteln (Mehl, Öl, Reis) können Sie nach der Senkung gezielt Vorräte anlegen
  5. Haushaltsbuch führen: Nutzen Sie die Ersparnis, um monatlich etwas zurückzulegen – auch kleine Beträge summieren sich

Weiterführende Artikel

Quelle: kurier.at, Österreichische Bundesregierung