Ab 1. Juli 2026 wird Einkaufen in Österreich deutlich günstiger: Die Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel sinkt von bisher 10 Prozent auf nur noch 4,9 Prozent. Die Bundesregierung erwartet damit eine Entlastung von 400 Millionen Euro pro Jahr für österreichische Haushalte.
Welche Lebensmittel konkret betroffen sind, wie viel Sie beim wöchentlichen Einkauf sparen und worauf Sie achten sollten – wir geben den vollständigen Überblick.
Die wichtigsten Fakten auf einen Blick
- Wann: Ab 1. Juli 2026
- Wie viel: MwSt sinkt von 10% auf 4,9% (mehr als halbiert)
- Betroffen: Grundnahrungsmittel wie Milch, Brot, Gemüse, Obst, Eier
- Entlastung: Bis zu 200 € pro Jahr für einen 4-Personen-Haushalt
- Kosten für Staat: ca. 400 Millionen Euro jährlich
Welche Lebensmittel werden günstiger?
Die Steuersenkung gilt für die wichtigsten Grundnahrungsmittel des täglichen Bedarfs. Die Abgrenzung erfolgt über die Kombinierte Nomenklatur (KN) der EU:
Milch, Milcherzeugnisse und Eier
- Milch (inklusive laktosefreie tierische Milch)
- Butter
- Joghurt
- Frische Hühnereier
Gemüse (frisch, gekühlt und gefroren)
- Erdäpfel
- Paradeiser
- Zwiebeln, Knoblauch, Lauch
- Kohlarten (Weißkraut, Karfiol, Kohlrabi)
- Salate
- Karotten, Rüben, Knollensellerie
- Gurken
- Bohnen, Erbsen und weitere Hülsenfrüchte
- Kürbis, Paprika, Spargel, Melanzani
- Gefrorenes Gemüse (Erbsen, Spinat)
Obst
- Äpfel, Birnen, Quitten
- Steinobst (Marillen, Kirschen, Pfirsiche, Zwetschken)
Getreide, Müllereierzeugnisse und Backwaren
- Reis
- Weizenmehl und Weizengrieß
- Nudeln ohne Füllung
- Brot und Gebäck (inklusive glutenfreie Produkte)
Weitere Produkte
- Speisesalz
So viel sparen Sie wirklich
Die Ersparnis hängt natürlich von Ihrem Einkaufsverhalten ab. Hier ein Beispiel für einen typischen Wocheneinkauf an Grundnahrungsmitteln:
| Produkt | Menge/Woche | Preis aktuell | Preis ab Juli | Ersparnis |
|---|---|---|---|---|
| Milch (1,5%) | 10 Liter | 12,00 € | 11,43 € | 0,57 € |
| Brot | 3 Stk. | 9,00 € | 8,58 € | 0,42 € |
| Eier | 20 Stk. | 6,00 € | 5,72 € | 0,28 € |
| Gemüse (gemischt) | 2 kg | 8,00 € | 7,63 € | 0,37 € |
| Obst (Äpfel, Birnen) | 2 kg | 6,00 € | 5,72 € | 0,28 € |
| Nudeln | 1 kg | 3,00 € | 2,86 € | 0,14 € |
| GESAMT | 44,00 € | 41,94 € | 2,06 € |
Jährliche Ersparnis: Bei einem Wocheneinkauf von ca. 44 € an Grundnahrungsmitteln sparen Sie rund 107 € pro Jahr. Ein Vierpersonenhaushalt kann mit bis zu 200 € Entlastung rechnen.
Was bedeutet das für den Handel?
Für Lebensmittelhändler bringt die Steuersenkung nicht nur organisatorischen Aufwand, sondern auch eine politische Verpflichtung: Die Regierung erwartet, dass die Steuerermäßigung vollständig an die Konsumenten weitergegeben wird.
Händler müssen bis Juli 2026:
- Alle betroffenen Produkte im System auf den neuen Steuersatz umstellen
- Kassensysteme und Warenwirtschaft anpassen
- Preisschilder aktualisieren
Worauf Sie als Konsument achten sollten
- Preise vergleichen: Ab Juli sollten betroffene Produkte merklich günstiger sein. Wenn nicht, wechseln Sie den Händler.
- Weitergeben kontrollieren: Die Arbeiterkammer empfiehlt, vor und nach Juli Preise zu vergleichen, um sicherzustellen, dass die Steuersenkung weitergegeben wird.
- Keine Panikkäufe: Warten Sie mit größeren Einkäufen nichtverderblicher Ware nicht bis Juni – ab Juli wird es ohnehin günstiger.
Hintergrund: Warum die Senkung?
Die Mehrwertsteuersenkung ist Teil der Inflationsbekämpfung der Bundesregierung. Nachdem die Inflation 2025 auf 3,6 Prozent stieg und Lebensmittelpreise viele Haushalte belasteten, soll die Maßnahme besonders einkommensschwache Familien entlasten.
Finanzminister Andreas Marterbauer betont, dass die Senkung von 10 auf 4,9 Prozent eine der größten Steuerentlastungen für Verbraucher in den letzten Jahren darstellt.
Fazit: Mehr Geld für alle Haushalte
Die Mehrwertsteuersenkung auf Grundnahrungsmittel ist eine der konkretesten Entlastungsmaßnahmen für österreichische Verbraucher. Jeder Haushalt profitiert – unabhängig vom Einkommen. Besonders Familien mit Kindern, die viel Milch, Brot und Gemüse einkaufen, werden die Entlastung deutlich spüren.
Markieren Sie sich den 1. Juli 2026 im Kalender und kontrollieren Sie ab diesem Tag die Preise in Ihrem Supermarkt. Die Ersparnis sollte sofort sichtbar sein.
Quellen: Kurier.at, oesterreich.gv.at, KPMG Tax News
Hinweis: Dieser Artikel dient zu Informationszwecken. Die genauen Preise können je nach Händler und Region variieren.







