KV-Gehälter 2026: Wer ab jetzt mehr verdient — alle Branchen im Überblick

Die Kollektivvertrags-Runde 2026 bringt für Millionen Arbeitnehmer in Österreich höhere Gehälter. Die Erhöhungen liegen je nach Branche zwischen 2,1 und 4,5 Prozent — mit deutlichen Unterschieden. Wer am meisten profitiert und was Sie jetzt wissen sollten.

Gehaltserhöhungen nach Branche im Überblick

BrancheBeschäftigteErhöhungGültig ab
Denkmal- & Gebäudereinigung66.000+3,25 % (Fachkräfte +4,5 %)2026
Sicherheitsbranche18.000+3,08 %2026
Industrie (GPA)130.000+2,9 % (KV), +2,5 % (Ist)1. April
Eisenbahnen55.000+2,7 %2026
Öffentlicher Dienst~350.000+3,3 %1. Juli 2026
Handel430.000+2,55 %1. Jänner
Wirtschaftskammer+2,1 %2026
Pensionen~2 Mio.+2,7 % (max. 67,50 €/Monat)2026

So viel bleibt netto mehr übrig

Die KV-Erhöhung allein ist nur die halbe Miete. Durch die teilweise Abschaffung der kalten Progression ergibt sich zusätzlich eine steuerliche Entlastung. Im Schnitt bleiben mehr als 700 Euro pro Jahr mehr im Geldbeutel.

Rechenbeispiel: Ein Angestellter im Handel mit 2.500 Euro brutto verdient nach der 2,55-Prozent-Erhöhung rund 64 Euro brutto mehr pro Monat. Durch die Steuerentlastung kommen netto etwa 50–55 Euro zusätzlich an.

Noch laufende Verhandlungen

Nicht alle Branchen sind schon am Ziel. Besonders konfliktreich sind die Verhandlungen in drei Bereichen:

  • Sozialwirtschaft (130.000 Beschäftigte): Gewerkschaft fordert 4 %, Arbeitgeber bieten ~2,3 %. Warnstreiks haben bereits stattgefunden.
  • IT-Branche (90.000 Beschäftigte): Alle Verhandlungsrunden ergebnislos. Forderung: 4 %.
  • Handelsarbeiter: Gewerkschaft fordert 3,5 %, kein Ergebnis nach drei Runden.

Was Sie jetzt tun sollten

  1. Gehaltszettel prüfen: Ab dem Stichtag die Erhöhung auf dem Lohnzettel kontrollieren.
  2. Steuerausgleich machen: Wer den Steuerausgleich noch nicht macht, verschenkt Geld. Im Durchschnitt gibt es über 1.000 Euro vom Finanzamt zurück.
  3. Überzahlung verhandeln: Die KV-Erhöhung gilt nur für das Mindestentgelt. Wer darunter verdient, sollte die Differenz beim Arbeitgeber einfordern.

Quelle: GPA, WKO, finanz.at. Alle Angaben ohne Gewähr. Stand: April 2026.