Was ist eigentlich Kreditwürdigkeit?

Die Kreditwürdigkeit (auch „Bonität“ genannt) bewertet die Fähigkeit, eines Kreditnehmers offene Rechnungen und andere Zahlungsverpflichtigungen vertragsgemäß zu begleichen.

Warum wird Deine Kreditwürdigkeit überprüft?

Unternehmen die ein kreditorisches Risiko eingehen, wie zum Beispiel bei der Vergabe eines Kredits, eines Handyvertrages oder aber auch bei einem Kauf auf Rechnung, sind gemäß §18 Kreditwesengesetz (KWG) dazu verpflichtet, sich über die Kreditwürdigkeit des Kreditnehmers zu informieren.

Welche Daten werden bei der Kreditwürdigkeit geprüft?

Um die Kreditwürdigkeit zu überprüfen, werden von Kreditinstituten Informationen zur persönlichen und wirtschaftlichen Bonität des Kreditnehmers eingeholt. Bei der persönlichen Bonität wird die Zuverlässigkeit und Zahlungsbereitschaft des Kreditnehmers analysiert. Desweiteren werden hier die beruflichen und fachlichen Qualifikationen überprüft. Bei der wirtschaftlichen Kreditwürdigkeit werden Einkommens- und Vermögensstrukturen bewertet. Ebenso wird hier eine Kreditwürdigkeitsanalyse (auch “Bonitätsprüfung” genannt), die auf geprüften statistischen Verfahren beruht, von Wirtschaftsauskunfteien durchgeführt. Um die Bonität zu berechnen, sammeln und speichern Wirtschaftsauskunfteien Daten über den Kreditnehmer: Personendaten, Daten über Dein Zahlungsverhalten, Gerichts- und Inkassodaten, sowie Unternehmensanteile. Welche genauen Kriterien bei der Kreditwürdigkeitsanalyse eine Rolle spielen, ist vom Gesetzgeber nicht genau vorgeschrieben. Die Einflussfaktoren sowie der Algorithmus, mithilfe dessen die Kreditwürdigkeit berechnet wird, unterliegt dem Geschäftsgeheimnis. Somit ist die berechnete Bonität häufig schwer nachvollziehbar. Das Ergebnis der Kreditwürdigkeitsanalyse ist ein Score (auch “Bonitätsscore” oder auch “Bonitätsindex” genannt). Dieser Score gibt Auskunft darüber, wie hoch die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalles ist.

Wann wird Deine Kreditwürdigkeit geprüft?

Die Kreditwürdigkeit muss von dem kreditgebenden Unternehmen vor Vertragsabschluss überprüft werden. Das ist beispielsweise bei einem Abschluss eines neuen Handy-, Gas- oder Internetvertrag der Fall oder aber, wenn Du in eine neue Wohnung ziehst oder einen Kredit für ein Auto oder Haus aufnehmen möchtest. Die Daten, die überprüft werden, sind zum einen Branchen- und zum anderen Risikoabhängig. Durch die Überprüfung der Kreditwürdigkeit sinkt die generelle Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalles und gewährt so eine stabile Wirtschaft. Auch während der Vertragslaufzeit wird die Bonität des Kreditnehmers regelmäßig überprüft. Wenn die Kreditwürdigkeit für das kreditgebende Unternehmen nicht zufriedenstellend ist und das kreditgebende Unternehmen befürchtet, dass der Kreditnehmer seinen Verpflichtung nicht (mehr) nachkommen kann, kann es dazu führen, dass der Vertrag nicht zustande kommt oder gekündigt wird.

Was sagt der Score über Dich eigentlich aus?

Ist Dein Score niedrig, könnte das bedeuten, dass Du in der Vergangenheit Rechnungen nicht pünktlich oder gar nicht beglichen hast. Das kann unter anderem zu einem Inkasso- oder Gerichtsverfahren führen. Unter anderem entscheidet das kreditgebende Unternehmen basierend auf dem Score, ob es bei Dir ein kreditorisches Risiko eingeht oder nicht und wenn ja, unter welchen Konditionen.

Hast Du einen hohen Score für Deine Kreditwürdigkeit, bedeutet das, dass Du in der Vergangenheit zuverlässig und pflichtbewusst Deine Rechnungen und Zahlungsverpflichtungen beglichen hast. Das lässt vermuten, dass Du auch in Zukunft ein ähnliches Verhalten an den Tag legen wirst und die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalles bei Dir gering ist. Aus diesem Grund wird ein kreditgebendes Unternehmen bei einem hohen Score eher ein kreditorisches Risiko eingehen, als bei einem niedrigen.

Es kann jedoch auch sein, dass Wirtschaftsauskunfteien falsche oder veraltete Daten über Dich gespeichert haben. Das kann fälschlicherweise zu einem schlechteren Score führen. So können Vertragsentscheidungen und -konditionen negativ beeinflusst werden und Du schlussendlich mehr zahlst, als Du eigentlich solltest. Deswegen ist es wichtig, Deine Bonität regelmäßig bei den Wirtschaftsauskunfteien einzusehen, zu überprüfen und bei Bedarf zu korrigieren.

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