Wiener Wohnhausfassade – steigende Immobilienpreise 2026

Immobilienpreise 2026: Experten erwarten weiter steigende Mieten und Kaufpreise

Immobilienpreise 2026: Experten erwarten weiter steigende Mieten und Kaufpreise – was Käufer und Mieter jetzt tun sollten

Die österreichische Immobilie bleibt 2026 ein teures Gut. Laut aktuellen Daten steigen sowohl Miet- als auch Kaufpreise weiter an – getrieben von hoher Nachfrage, knappem Angebot und steigenden Baukosten. Für Mieter bedeutet das: Wer jetzt nicht aufpasst, zahlt morgen deutlich mehr. Für Käufer heißt es: Die Zinswende kommt, aber die Preise fallen deshalb nicht automatisch.

Aktuelle Lage: Wie entwickeln sich die Preise?

Der österreichische Immobilienmarkt zeigt 2026 eine klare Tendenz: Nachfrage übersteigt weiterhin das Angebot. Besonders in Wien, Graz und Salzburg sind die Mietpreise im Vergleich zum Vorjahr um durchschnittlich 3 bis 5 Prozent gestiegen. Bei Eigentumswohnungen liegt der Zuwachs je nach Region zwischen 2 und 6 Prozent.

Die Gründe dafür sind vielfältig:

  1. Zuzug und Urbanisierung: Wien wächst jährlich um rund 20.000 Einwohner – die Nachfrage nach Wohnraum bleibt hoch.
  2. Knappes Angebot: Die Bauaktivität hat sich zwar erholt, kann mit der Nachfrage aber nicht mithalten. Genehmigungsverfahren dauern in Österreich im Schnitt 18 bis 24 Monate.
  3. Gestiegene Baukosten: Material- und Lohnkosten sind seit 2020 um rund 30 Prozent gestiegen – das schlägt sich direkt auf Neubau-Preise nieder.
  4. Zinsentwicklung: Obwohl die EZB die Leitzinsen gesenkt hat, wirkt die Entlastung mit Verzögerung. Hypothekarzinsen bewegen sich aktuell bei rund 3,2 bis 3,8 Prozent – günstiger als 2023, aber deutlich über dem Niveau von 2020.

Mieten: Warum ein Umzug immer teurer wird

Besonders dramatisch ist die Situation am Mietmarkt. Wer seine Bestandsmiete hat, profitiert von der gesetzlichen Anpassung (Richtwertmiete). Wer aber neu anmietet, zahlt deutlich mehr. In Wien liegt die durchschnittliche Neumiete für eine 60-m²-Wohnung bei rund 850 bis 1.100 Euro – je nach Lage und Ausstattung.

Praxis-Tipp: Prüfen Sie vor einem Umzug, ob sich der Wechsel wirklich rechnet. Oft ist die Bestandsmiete – trotz Sanierungsbedarf – günstiger als eine neue Wohnung zum aktuellen Marktpreis.

Kaufpreise: Wo sich ein Kauf noch lohnt

Wer 2026 kaufen möchte, sollte regionale Unterschiede berücksichtigen. Die teuersten Regionen bleiben Wien-Innere Stadt (rund 7.500 bis 12.000 €/m²), Salzburg (6.000 bis 9.000 €/m²) und Innsbruck (6.500 bis 10.000 €/m²). Günstiger sind nach wie vor Kärnten (2.500 bis 4.000 €/m²), das Burgenland (2.000 bis 3.500 €/m²) und ländliche Gebiete in Ober- und Niederösterreich.

RegionØ Kaufpreis (€/m²)Veränderung 2025→2026
Wien (Innere Stadt)7.500 – 12.000+3 %
Wien (Randbezirke)4.000 – 6.000+5 %
Salzburg6.000 – 9.000+4 %
Graz3.500 – 5.500+4 %
Innsbruck6.500 – 10.000+3 %
Kärnten2.500 – 4.000+2 %
Burgenland2.000 – 3.500+2 %

Quelle: eigene Recherche, basierend auf Daten von Kurier.at, Statistik Austria und durchblicker.at (Stand: April 2026)

5 Tipps für Mieter und Käufer 2026

  1. Miete prüfen: Lassen Sie Ihre Bestandsmiete auf Angemessenheit prüfen. Die Arbeiterkammer bietet kostenlose Beratung.
  2. Förderungen nutzen: Wohnbauförderung, Sanierungszuschüsse und das „Wohnkonto“ des Landes können Tausende Euro sparen.
  3. Zinsen vergleichen: Holen Sie mindestens 3 Angebote von Banken ein. Online-Vergleichsrechner liefern erste Orientierung.
  4. Fixzins bevorzugen: Bei aktuellen Zinsen empfiehlt sich eine Fixzins-Bindung von 10 bis 15 Jahren – so sind Sie vor späteren Anstiegen geschützt.
  5. Nicht überstürzen: Der Markt bewegt sich langsam. Wer 6 bis 12 Monate Geduld hat, findet oft bessere Konditionen.

Fazit

Der österreichische Immobilienmarkt bleibt 2026 angespannt. Mieten und Kaufpreise steigen weiter, wenn auch langsamer als in den Vorjahren. Wer jetzt handeln möchte, sollte sich gründlich informieren, Förderungen nutzen und nicht vorschnell unterschreiben. Immobilien sind eine langfristige Entscheidung – und die richtige Vorbereitung spart bares Geld.

Weiterführende Informationen: