Wer sein Girokonto in Österreich wechseln möchte, muss das nicht fürchten. Der Wechsel ist grundsätzlich machbar, und viele Banken bieten inzwischen sogar einen Kontowechselservice an, der einzelne Schritte automatisiert. Trotzdem gibt es Punkte, die man beachten sollte, bevor man sein altes Konto einfach aufgibt.
In diesem Ratgeber erklären wir, wie der Wechsel in Österreich funktioniert, was Sie vorher prüfen sollten und wo häufige Fehler lauern.
Wann lohnt sich ein Wechsel des Girokontos?
Welches Girokonto sich am meisten lohnt, lesen Sie in unserem Vergleich kostenloser Girokonten und dem allgemeinen Girokonto Vergleich Österreich.
Nicht jeder sollte sein Girokonto wechseln. Aber es gibt klare Signale, die dafür sprechen:
- Sie zahlen monatliche Kontoführungsgebühren, die es bei anderen Anbietern nicht gibt
- Ihr aktuelles Konto hat eine ausländische IBAN (z. B. eine deutsche IBAN), die bei manchen Behörden oder Mietverträgen Probleme macht
- Sie brauchen eine Debitkarte, die Ihr aktueller Anbieter nicht bietet oder teuer verrechnet
- Ihre Bank hat kein gutes Online- oder Mobile-Banking
- Sie wollen Bargeld möglichst günstig abheben können
Schritt 1: Neues Konto eröffnen
Bevor Sie Ihr altes Konto kündigen, eröffnen Sie zuerst das neue. Das ist wichtig, weil Sie sonst einen Zeitraum ohne funktionierendes Konto haben. Bei vielen Direktbanken in Österreich lässt sich ein Girokonto vollständig online eröffnen.
Beispiele für Anbieter mit österreichischer IBAN (AT-IBAN):
- easybank: Das Konto „easy gratis“ ist kostenlos bei 400 € monatlichem Gehaltseingang. Für unter 27-Jährige ist es immer kostenlos. Es kommt mit einer kostenlosen Debit Mastercard.
- DADAT: Das Gehaltskonto ist kostenlos bei 1.000 € monatlichem Gehaltseingang. Debit Mastercard inklusive. DADAT bietet auch ein eigenes Depot für Aktien und ETFs an.
- Erste Bank: Das George-Banking ist das digitale Flaggschiff der größten österreichischen Bank. AT-IBAN und starkes Filialnetz.
- Raiffeisen: Mein ELBA als digitales Banking-System. Regionale Bankenbetreuung mit AT-IBAN.
- Bank Austria: Mehrere Kontomodelle (Online-Konto, GoGreen, Relax, Studentenkonto) mit AT-IBAN und SmartBanking.
Wichtig: Achten Sie auf die IBAN. Viele österreichische Anbieter haben eine IBAN, die mit „AT“ beginnt. Anbieter wie N26 nutzen eine deutsche IBAN (beginnend mit „DE“). Das ist grundsätzlich rechtlich gültig, kann aber bei manchen österreichischen Stellen zu Problemen führen. Mehr dazu in unserem separaten Ratgeber zur AT-IBAN.
Schritt 2: Kontowechselservice nutzen
Viele österreichische Banken bieten einen Kontowechselservice an. Damit können Sie Daueraufträge und Lastschriften gezielt auf das neue Konto umleiten.
Wie das in der Regel funktioniert:
- Sie geben die Daten Ihres alten Kontos an
- Ihre neue Bank prüft, welche Daueraufträge und Lastschriften darauf laufen
- Sie entscheiden, welche Sie umleiten möchten
- Die neue Bank übernimmt die Umstellung vieler Aufträge automatisch
Achtung: Der Kontowechselservice hilft bei der Umstellung. Er übernimmt aber nicht alles. Manche Zahlungen, die über Ihre Karte oder über Apps laufen (z. B. Netflix, Spotify, Lieferdienste), müssen Sie selbst manuell anpassen.
Schritt 3: Gehalt und wichtige Daueraufträge umstellen
Nach der Kontoeröffnung sollten Sie als Erstes diese Stellen über Ihre neue IBAN informieren:
- Ihr Arbeitgeber (Gehaltseingang)
- Ihr Vermieter (Miete, falls Dauerauftrag)
- Ihre Versicherungen (Beiträge per Lastschrift)
- Ihre Stromanbieter und Telekommunikationsanbieter
- Ihre Bank selbst (falls Sie einen Kredit dort haben)
- Online-Dienste und Abos, die über Ihr Konto laufen
Gerade bei Zahlungen per Lastschrift ist es wichtig, dass die neue IBAN rechtzeitig eingerichtet wird. Sonst werden Beiträge vom alten Konto abgebucht – und das kann zu Problemen führen, wenn Sie das alte Konto bereits gekündigt haben.
Schritt 4: Konto-App und digitales Banking einrichten
Viele österreichische Direktbanken arbeiten primär über Apps. Bei der Kontoeröffnung sollten Sie daher gleichzeitig:
- Die Banking-App installieren
- Sich mit Ihrem neuen Konto einloggen
- Die Debitkarte im Apple Wallet oder Google Wallet hinzufügen
- Push-Benachrichtigungen für Transaktionen aktivieren
Bei Anbietern wie easybank oder DADAT können Sie mit der Debit Mastercard direkt im Supermarkt (z. B. bei BILLA, dm, BIPA) kostenlos Bargeld abheben. Das ist für viele Nutzer ein Grund, das neue Konto als Hauptkonto zu nutzen.
Schritt 5: Altes Konto kündigen
Erst wenn Sie sicher sind, dass alle Daueraufträge und Lastschriften sauber umgestellt sind, sollten Sie Ihr altes Konto kündigen.
Worauf Sie achten sollten:
- Prüfen Sie die Kündigungsfrist. Manche Banken verlangen eine Kündigungsfrist von mehreren Wochen
- Lassen Sie sich schriftlich bestätigen, dass das Konto gekündigt wurde
- Prüfen Sie, ob noch ausstehende Zahlungen auf dem alten Konto laufen
- Wenn Sie dort einen Kredit haben, können Sie das Konto meist nicht einfach kündigen
Wichtig: Einlagensicherung in Österreich
Alle österreichischen Banken sind gesetzlich verpflichtet, der Einlagensicherung anzugehören. Die Einlagensicherung schützt Ihre Einlagen bis zu 100.000 € pro Person und pro Bank. Das gilt auch für Ihr Girokonto.
Diese Einlagensicherung ist gesetzlich im Bankwesengesetz verankert und gilt automatisch. Sie müssen nichts dafür tun.
Unser Fazit
Ein Girokonto in Österreich zu wechseln, ist machbar und für viele Haushalte sinnvoll. Wer schaut, welche Kontomodelle zum eigenen Verbrauchsprofil passen und wo die Gebühren geringer sind, kann über Monate und Jahre spürbar Geld sparen.
Wichtig ist: Nicht sofort kündigen, sondern erst neues Konto eröffnen, dann umstellen und erst dann das alte Konto schließen.
Wenn Sie sich einen Überblick über passende Kontomodelle verschaffen möchten, finden Sie in unserem Girokonto Vergleich für Österreich alle Anbieter im direkten Vergleich. Ergänzend relevant sind unsere Ratgeber zu easybank Girokonto und zum Erste Bank Girokonto als zwei der beliebtesten Kontomodelle.
Quellen: easybank.at, dad.at, sparkasse.at, raiffeisen.at, bankaustria.at, n26.com/de-at






