Zuletzt aktualisiert am 20. April 2026 um 16:04
Neue Gehaltserhöhung ab April 2026: Was sich für dich ändert
Gute Nachrichten für Zehntausende Arbeitnehmer in Österreich: Ab April 2026 greifen neue Kollektivvertrag-Erhöhungen. In vielen Branchen bedeutet das mindestens 80 Euro mehr netto pro Monat — das sind bis zu 960 Euro mehr im Jahr.
Wer bekommt mehr Gehalt?
Die Gehaltserhöhungen gelten für alle Arbeitnehmer, die unter einen Kollektivvertrag (KV) fallen. In Österreich betrifft das über 95 % aller Arbeitnehmer. Verhandelt wird zwischen Wirtschaftskammer (WKO) und Österreichischem Gewerkschaftsbund (ÖGB).
Für 2026 wurden bereits mehrere Branchenabschlüsse erzielt:
- Handel: Erhöhung um 4,0 %, mindestens 80 €/Monat brutto
- Metallgewerbe: 4,25 % mehr ab 1. April 2026
- Bau: 4,5 % Erhöhung (rückwirkend ab Jänner 2026)
- Chemie: 4,0 %, mindestens 85 €/Monat
- IT- und Bürobereich: 3,8 %, mindestens 75 €/Monat
Hinweis: Die genauen Abschlüsse variieren je nach Branche. Prüfe deinen spezifischen KV auf wko.at oder bei der Arbeiterkammer.
Was bedeutet das konkret?
Ein Beispiel: Angenommen du verdienst aktuell 2.500 € brutto/Monat im Handel-KV. Mit 4 % Erhöhung wären das:
Vorher: 2.500 € brutto/Monat
Nachher: 2.600 € brutto/Monat (+100 €)
Im Jahr: 1.200 € mehr brutto
Netto (ca.): ~720–840 € mehr pro Jahr (je nach Steuersatz)
Für geringere Gehälter greift die Mindest-Erhöhung von 80 €/Monat. Egal wie hoch dein aktuelles Gehalt ist — du bekommst mindestens 80 € brutto mehr.
Gehaltserhöhung und Steuern: Was bleibt netto?
Nicht die gesamte Erhöhung landet auf deinem Konto:
- Lohnsteuer: Progressiver Tarif — ab 13.539 €/Jahr startet der 20-%-Satz
- Sozialversicherung: ca. 18,12 % vom Brutto
- Arbeitnehmer-Beitragsgrundlage: Wird automatisch vom Arbeitgeber abgeführt
Die gute Nachricht: Dank der Kalten Progression (Stufengrenzen-Anpassung) 2026 bleibt mehr von der Erhöhung übrig als in den Vorjahren.
So berechnest du dein neues Gehalt
Nutze unseren Brutto-Netto-Rechner, um genau zu sehen, wie viel netto von der Erhöhung übrig bleibt.
5 Tipps: So holst du das Maximum raus
1. Prüfe deinen Kollektivvertrag
Nicht alle Branchen haben den gleichen Abschluss. Schau auf deinen Gehaltszettel — dort steht dein KV.
2. Verhandle Übertariflich
Die KV-Erhöhung ist das Minimum. Viele Arbeitgeber zahlen Übertarif. Nutze die Erhöhung als Argument für eine zusätzliche Verhandlung.
3. Nutze die Arbeitnehmerveranlagung
Eine Arbeitnehmerveranlagung kann dir durchschnittlich 1.500 € zurückbringen. Rückwirkend 5 Jahre möglich!
4. Prüfe deine Absetzbeträge
Verkehrsabsetzbetrag, Pendlerpauschale, Familienbonus — mit höherem Einkommen ändern sich manche Grenzen. Details in unserem Förderungen-Ratgeber.
5. Spare smart
Richte einen Dauerauftrag ein. Schon 50 €/Monat auf ein Tagesgeldkonto mit 2,5 % Zinsen ergeben nach 5 Jahren über 3.200 €.
Gehaltserhöhung 2026 im Überblick
| Branchen-Bereich | Erhöhung (ca.) | Mindestens/Monat | Gültig ab |
|---|---|---|---|
| Handel | 4,0 % | +80 € brutto | 1. April 2026 |
| Metallgewerbe | 4,25 % | +85 € brutto | 1. April 2026 |
| Bau | 4,5 % | +90 € brutto | 1. Jänner 2026 |
| Chemie | 4,0 % | +85 € brutto | 1. April 2026 |
| IT / Büro | 3,8 % | +75 € brutto | 1. April 2026 |
Häufig gestellte Fragen
Wann kommt die Gehaltserhöhung 2026?
Die meisten Kollektivvertrag-Erhöhungen treten am 1. April 2026 in Kraft. Manche Branchen (z. B. Bau) haben rückwirkende Abschlüsse ab Jänner.
Bekomme ich die Erhöhung automatisch?
Ja, wenn du unter einen Kollektivvertrag fällst. Dein Arbeitgeber muss die KV-Erhöhung automatisch anwenden.
Kann mein Arbeitgeber die Erhöhung verweigern?
Nein. KV-Erhöhungen sind verbindlich. Ein Verstoß kann zur Anzeige bei der Arbeiterkammer oder der Gewerbeinspektion führen.
Weitere hilfreiche Ratgeber
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