Drei Fehler, die Österreicher beim Steuernzahlen machen – und bares Geld kosten

Jedes Jahr verlieren Österreicher durch Fehler bei der Steuererklärung hunderte oder sogar tausende Euro. Die meisten davon lassen sich vermeiden – wenn man weiß, worauf es ankommt. Wir zeigen die drei häufigsten Fehler und wie Sie sie vermeiden.

Fehler 1: Werbungskosten nicht voll ausschöpfen

Viele Arbeitnehmer glauben, dass sich Werbungskosten nur für Selbstständige lohnen. Das ist falsch. Auch Angestellte können zahlreiche Ausgaben geltend machen:

AusgabeMögliche Ersparnis
PendlerpauschaleBis 3.372 € jährlich
Home-Office-Pauschale300 € jährlich
BerufskleidungAbhängig von Beruf
Weiterbildung/FachliteraturVollständig absetzbar
Arbeitsmittel (über 110 €)Abschreibung möglich

Der Fehler: Viele tragen nur die obligatorische Pendlerpauschale ein und vergessen Sonderausgaben. Ein klassisches Beispiel: Fahrtkosten zur Arbeit mit dem eigenen Pkw werden nicht geltend gemacht, wenn die Pendlerpauschale bereits höher ist. Hier lohnt sich der Vergleich!

Fehler 2: Sonderausgaben übersehen

Neben Werbungskosten gibt es eine ganze Reihe von Sonderausgaben, die steuermindernd wirken:

  • Altersvorsorge: Zahlungen in die Pensionsvorsorge bis 2.940 Euro jährlich
  • Kirchenbeitrag: Vollständig absetzbar
  • Spenden: An gemeinnützige Organisationen
  • Krankenversicherung: Selbstbehalt und Zusatzbeiträge
  • Gebähren für Steuerberater: Aus Kosten der Rechtsverfolgung

Der Fehler: Viele wissen nicht, dass auch kleine Beträge summiert werden können. Wer 500 Euro an Spenden gibt und 300 Euro Kirchenbeitrag zahlt, verliert bei einem Steuersatz von 40 % schnell 320 Euro Erstattung.

Fehler 3: Zu spät abgeben oder gar nicht erst einreichen

Der dritte und teuerste Fehler: Die Steuererklärung wird verspätet abgegeben oder gar nicht erst erstellt. Die Folgen:

  • Verspätungsgebühr: Bis zu 10 % des festgesetzten Betrags (mind. 50 Euro)
  • Verlust der Erstattung: Wer zu spät kommt, verliert mögliche Rückzahlungen
  • Verjährung: Nach 5 Jahren kann die Erstattung verjähren

Der Fehler: Viele glauben, bei Lohnsteuerabzug müsse man nichts weiter tun. Das stimmt nur bedingt. Besonders bei Wechsel des Arbeitgebers, bei Werbungskosten oder bei außergewöhnlichen Belastungen lohnt sich die Abgabe fast immer.

Das können Sie jetzt tun

Um diese Fehler zu vermeiden, empfehlen Experten:

  • Sammeln: Belege für alle beruflichen Ausgaben aufbewahren
  • Checklisten nutzen: Finanz-Apps oder Steuer-Software zeigen alle möglichen Abzüge
  • Professionelle Hilfe: Ein Steuerberater kostet zwar, spart aber oft mehr
  • Rechtzeitig: Fristen im Kalender eintragen (meist 30. April/30. Juni)

Fazit: Kleine Änderungen, große Wirkung

Die drei häufigsten Fehler bei der Steuererklärung lassen sich mit etwas Aufmerksamkeit vermeiden. Wer seine Werbungskosten voll ausschöpft, Sonderausgaben nicht vergisst und rechtzeitig abgibt, kann im Schnitt 500 bis 2.000 Euro mehr zurückerhalten.

Die Investition in eine gute Steuer-Software oder einen Steuerberater zahlt sich in der Regel bereits im ersten Jahr aus. Bei komplexeren Fällen (Mehrfachbeschäftigung, Selbstständigkeit nebenbei) ist professionelle Beratung sogar unverzichtbar.

Quellen: Kurier, BMF

Hinweis: Steuerliche Details können sich ändern. Konsultieren Sie bei konkreten Fragen einen Steuerberater.