Doppelbudget 2027/2028: Pensionen, Steuern und Familien – die wichtigsten Änderungen

Die Bundesregierung hat sich auf ein Doppelbudget für 2027 und 2028 geeinigt. Das insgesamt fünf Milliarden schwere Paket soll Österreich aus dem EU-Defizitverfahren führen. Bereits im Vorfeld hatte die Budgetkonsolidierung für Diskussionen gesorgt. Besonders betroffen: Pensionisten, Familien und Unternehmen. Wir fassen zusammen, was auf Sie zukommt.

Pensionen: 0,25 Prozent unter der Inflation

Der umstrittenste Punkt des Pakets: Auch 2027 und 2028 werden die Pensionen unter der Inflationsrate erhöht. Konkret liegt der Abschluss jeweils rund 0,25 Prozentpunkte unter der Inflation. Das spart dem Staat 2027 rund 280 Millionen Euro, 2028 weitere 270 Millionen.

Die genaue Ausgestaltung – eine mögliche soziale Staffelung – wird noch mit den Pensionistenvertretern verhandelt. Für 2026 gab es für Pensionen bis 2.500 Euro brutto noch die volle Inflationsabgeltung von 2,7 Prozent. Wer neben der Pension etwas dazuverdienen möchte, sollte einen Blick auf die neuen Regelungen zur Aktivpension ab 2027 werfen.

Lohnnebenkosten sinken – Entlastung für Unternehmen

Der größte Brocken der Offensivmaßnahmen: Die Dienstgeberbeiträge zum Familienlastenausgleichsfonds (FLAF) sinken ab 2028 von 3,7 auf 2,7 Prozent. Das kostet rund zwei Milliarden Euro und soll vor allem personalintensive Betriebe entlasten.

Zur Gegenfinanzierung steigt die Körperschaftsteuer (KÖSt) für Unternehmen mit Gewinnen über einer Million Euro wieder von 23 auf 24 Prozent. Zudem wird die erhöhte Bankenabgabe bis 2029 verlängert.

Familien: Inflationsanpassung ausgesetzt

Die automatische Inflationsanpassung von Familien- und Sozialleistungen wird ein weiteres Jahr ausgesetzt. Im Gegenzug werden in den kommenden beiden Jahren jeweils 300 Millionen Euro in die Kinderbetreuung investiert. Der Familienbonus bleibt für erwerbstätige Eltern gleich.

Arbeitsmarkt: Höherer Beitrag ab 2027

Der Arbeitslosenversicherungsbeitrag soll steigen. Aktuell beträgt er 5,9 Prozent vom Bruttolohn und wird je zur Hälfte von Arbeitgeber und Arbeitnehmer gezahlt. Bisher fällt der Beitrag erst ab einem Gehalt von 2.630 Euro an. Künftig sollen auch Teilzeitbeschäftigte und Niedrigverdiener den vollen Beitrag zahlen.

Agrardiesel-Vergütung kommt zurück

Ein Zugeständnis an die ÖVP: Die Agrardiesel-Vergütung, die Ende 2025 ausgelaufen war, wird wieder eingeführt. Im Budget sind dafür 100 Millionen Euro vorgesehen.

Keine vermögensbezogenen Steuern

Trotz des hohen Konsolidierungsbedarfs bleiben Erbschafts- und Schenkungssteuer vom Tisch. Auch eine Erhöhung der Grundsteuer, die selbst vom ÖVP-Gemeindebundpräsidenten gefordert wurde, wird es nicht geben. Mit ÖVP und Neos sind vermögensbezogene Steuern nicht machbar.

Was bedeutet das für Sie?

Für Pensionisten bedeutet der Beschluss: Die Kaufkraft sinkt leicht, da die Erhöhung nicht mit der Inflation Schritt hält. Für Arbeitnehmer bringt die FLAF-Senkung ab 2028 eine leichte Entlastung bei den Lohnnebenkosten. Familien müssen sich auf stagnierende Sozialleistungen einstellen, profitieren aber von Investitionen in die Kinderbetreuung.

Der weitere Zeitplan

Die Eckpunkte stehen, die Detailverhandlungen in den Ministerien laufen. Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) hält am 10. Juni 2026 seine Budgetrede. Bis dahin werden die genauen Maßnahmen ausgearbeitet.

Fazit

Das Doppelbudget 2027/2028 ist ein Kompromisspaket, das alle Seiten spüren: Pensionisten zahlen mit geringeren Anpassungen, Unternehmen tragen über höhere Steuern bei, Familien müssen auf Indexanpassungen verzichten. Große Strukturreformen bleiben aus – die Regierung hat sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner geeinigt.

Quelle: Kurier.at – Sparen bei Pensionen und Familien: 7 Erkenntnisse zum neuen Doppelbudget
Stand: 29. April 2026

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine individuelle Finanz- oder Rechtsberatung dar. Alle Angaben ohne Gewähr.