Die Bundesregierung hat im Ministerrat ein Gesamtpaket beschlossen, das das Arbeiten im Alter deutlich attraktiver macht. Kernstück: ein steuerlicher Freibetrag von bis zu 15.000 Euro pro Jahr. Rund 150.000 Menschen profitieren sofort, künftig sollen es deutlich mehr werden.
Was ist die Aktivpension?
Die Aktivpension ist ein neues Modell der Bundesregierung, das jene steuerlich entlastet, die über das Regelpensionsalter hinaus weiterarbeiten — oder den Pensionsantritt bewusst aufschieben. Die Idee dahinter: Wer länger arbeitet, soll am Monatsende deutlich mehr Geld auf dem Konto haben als bisher.
Wie funktioniert das Modell?
Kern des Modells ist ein steuerlicher Freibetrag von bis zu 15.000 Euro pro Jahr für Erwerbstätige ab dem Regelpensionsantrittsalter. Das betrifft zwei Gruppen:
- Personen, die zusätzlich zur Alterspension weiterarbeiten
- Personen, die den Pensionsantritt bewusst aufschieben, um länger im Erwerbsleben zu bleiben
Aber das ist nicht alles: Neben dem steuerlichen Freibetrag werden auch die Sozialversicherungsbeiträge reduziert. Der Dienstnehmerbeitrag zur Pensionsversicherung in der Höhe von 10,25 Prozent entfällt komplett. Der Arbeitgeberbeitrag bleibt bestehen.
Rechenbeispiel: So viel spart man
ÖVP-Klubobmann August Wöginger hat ein konkretes Beispiel genannt: Wer etwa 2.000 Euro Pension bezieht und denselben Betrag dazuverdient, spart rund 7.000 Euro pro Jahr. Das ist ein spürbarer Unterschied — und ein echter Anreiz, weiterzuarbeiten.
Voraussetzungen
Um von der Aktivpension zu profitieren, gelten folgende Bedingungen:
- Männer: 480 Versicherungsmonate (40 Versicherungsjahre)
- Frauen: 408 Versicherungsmonate (34 Versicherungsjahre)
- Ab 2028 wird die Voraussetzung für Frauen jährlich um 12 Monate angehoben
- Bis 2033 gelten dann gleiche Voraussetzungen für Männer und Frauen
Die Angleichung hängt mit dem laufenden Prozess der Pensionsaltersangleichung zusammen, der ebenfalls bis 2033 abgeschlossen sein soll.
Wer profitiert davon?
Aktuell schätzt die Regierung rund 150.000 unmittelbare Begünstigte. Allerdings soll die Zahl mit der Zeit steigen — schließlich arbeiten immer mehr Österreicherinnen und Österreicher über das Regelpensionsalter hinaus. Auch Selbstständige profitieren künftig vom steuerlichen Freibetrag.
470 Millionen Euro für das Gesamtpaket
Die Aktivpension ist Teil eines größeren Pakets. Für das Gesamtpaket inklusive Arbeitsmarktmaßnahmen stellt die Regierung 2027 rund 470 Millionen Euro bereit. Dazu gehören auch:
- 100 Millionen Euro in einen Maßnahmenmix, der ältere Arbeitslose — speziell Langzeitarbeitslose — wieder in Beschäftigung bringen soll
- Ein neuer Arbeitsmarkt-Transformationsfonds, der Arbeitslose und Arbeitnehmer bei Herausforderungen durch Digitalisierung und KI unterstützt
- Zielgerichtete Informationen an Betriebe mit geringem Anteil an Beschäftigten zwischen 60 und 64 Jahren
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Eine Evaluierung des gesamten Pakets ist für 2030 geplant.
Stimmen aus der Politik
Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ): „Wer nach dem gesetzlichen Regelpensionsantrittsalter weiterarbeitet, wird deutlich entlastet. Es geht um Respekt, Fairness und die Wertschätzung der Leistungsbereitschaft älterer Menschen.“
Kanzler Christian Stocker (ÖVP): „Wir schaffen mehr Leistungsgerechtigkeit für die Österreicherinnen und Österreicher.“
NEOS-Klubchef Yannick Shetty: „Jene, die noch arbeiten wollen, wurden bisher bestraft. Die Regeln zu entbürokratisieren und attraktiver zu gestalten war notwendig.“ NEOS fordert gleichzeitig eine Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters.
Fazit
Die Aktivpension ist ein konkreter finanzieller Anreiz für jene, die länger arbeiten wollen — ob in der Pension oder durch Aufschieben des Pensionsantritts. Mit bis zu 15.000 Euro Steuerfreiheit plus entfallenden Sozialversicherungsbeiträgen lohnt sich das Weiterarbeiten ab 2027 deutlich mehr als bisher. Die gesetzlichen Maßnahmen sollen demnächst in Begutachtung gehen.







